Warum sollte man professioneller Pokerspieler werden?
Ganz einfach: Man ist zu einem ziemlich hohen Prozentsatz nur auf sich selbst und sein Wissen und Können angewiesen. Man hat selber die Karten in der Hand und muss sich nicht auf jemand anders verlassen, von dem man glaubt, er könnte Poker spielen.
Wie ich zu dieser Ansicht komme? Mir fliegt gerade ein Projekt um die Ohren, weil u.a. jemand, dem ich vor ca. 6 Wochen eine Aufgabe gegeben habe, immer noch nicht mit dieser fertig ist und heute rauskam, dass gar nicht klar ist, ob er diese Aufgabe überhaupt bewältigen kann! Und zu allem Überfluss musste der Kunde schon vor zwei Wochen seinen Chefs gegenüber Rechenschaft ablegen, ob der Meilenstein schon fertig ist oder nicht. Da er auf uns setzt, hat er uns gedeckt.
Klar, ich habe im Controlling auch gepatzt aber ich war kurz nach der Vergabe zwei Wochen krank und habe mich danach zweimal vertrösten lassen. Aber wenn mir jemand von meinem Chef als fähiger Mitarbeiter für dies Aufgabe verkauft wird und der Typ die Klappe nicht aufreißt, was soll ich da machen? Und klar, der Kunde hätte auch schon früher nach dem Meilenstein fragen können aber er vertraute uns.
Ich würde es sehr gut verstehen, wenn ich morgen einen Kopf kürzer bin und der Kunde uns nie wieder mit einem Auftrag betraut.
kreetrapper, wenn Du das hier liest, dann wirst Du Dich sicherlich mal wieder bestätigt fühlen. Und Du hast recht. Wie sagt mein Chef immer so schön zu den noch etwas neueren Mitarbeitern:”Verlassen Sie sich nie auf einen erfahrenen Kollegen!”. Super. Für mich hat sich mal wieder bewiesen:”Verlasse Dich nur auf Dich selbst!”. Leider kann man nicht alles selber machen.
Ok, da mir eine Karriere als Pokerprofi aber auch nicht so erstrebenswert scheint: Wird irgendwo ein Schafzüchter benötigt?