08. Juli 2009

Warum sollte man professioneller Pokerspieler werden?

Ganz einfach: Man ist zu einem ziemlich hohen Prozentsatz nur auf sich selbst und sein Wissen und Können angewiesen. Man hat selber die Karten in der Hand und muss sich nicht auf jemand anders verlassen, von dem man glaubt, er könnte Poker spielen.

Wie ich zu dieser Ansicht komme? Mir fliegt gerade ein Projekt um die Ohren, weil u.a. jemand, dem ich vor ca. 6 Wochen eine Aufgabe gegeben habe, immer noch nicht mit dieser fertig ist und heute rauskam, dass gar nicht klar ist, ob er diese Aufgabe überhaupt bewältigen kann! Und zu allem Überfluss musste der Kunde schon vor zwei Wochen seinen Chefs gegenüber Rechenschaft ablegen, ob der Meilenstein schon fertig ist oder nicht. Da er auf uns setzt, hat er uns gedeckt.

Klar, ich habe im Controlling auch gepatzt aber ich war kurz nach der Vergabe zwei Wochen krank und habe  mich danach zweimal vertrösten lassen. Aber wenn mir jemand von meinem Chef als fähiger Mitarbeiter für dies Aufgabe verkauft wird und der Typ die Klappe nicht aufreißt, was soll ich da machen? Und klar, der Kunde hätte auch schon früher nach dem Meilenstein fragen können aber er vertraute uns.

Ich würde es sehr gut verstehen, wenn ich morgen einen Kopf kürzer bin und der Kunde uns nie wieder mit einem Auftrag betraut.

kreetrapper, wenn Du das hier liest, dann wirst Du Dich sicherlich mal wieder bestätigt fühlen. Und Du hast recht. Wie sagt mein Chef immer so schön zu den noch etwas neueren Mitarbeitern:”Verlassen Sie sich nie auf einen erfahrenen Kollegen!”. Super. Für mich hat sich mal wieder bewiesen:”Verlasse Dich nur auf Dich selbst!”. Leider kann man nicht alles selber machen.

Ok, da mir eine Karriere als Pokerprofi aber auch nicht so erstrebenswert scheint: Wird irgendwo ein Schafzüchter benötigt?

2 Kommentare

1. kreetrapper schrieb am 08. Juli 2009 um 18:29

Natürlich lese ich das.

Deine letzten Postings lassen übrigens bei mir den Eindruck entstehen, daß Du vielleicht doch ein Blog ganz für Dich allein brauchen könntest. Setz doch eben eins auf oder melde Dich bei wordpress.com an. Einen treuen Leser hast Du schon mal sicher. ;-)

Und nun zum Posting selbst:

Wie sagt mein Chef immer so schön zu den noch etwas neueren Mitarbeitern:”Verlassen Sie sich nie auf einen erfahrenen Kollegen!”.

Seit wann denn das? Zu mir hat er das nie gesagt! Aber wenn man da erst mal eine Weile ist, merkt man das doch auch selbst, daß man sich besser nicht zu sehr auf die Kollegen verlassen sollte. Das ist in meinem jetzigen Job auch oft nicht anders. Wenn die Leute mit zuviel Sachen zugemüllt sind/werden, ist eben im Einzelfall kein Verlaß mehr auf sie. Einfach auch schon deshalb, weil sie mal aus Versehen die Prioritäten falsch setzen. Und bei Euch hat ja sowieso immer alles Top-Prioriät. Das System muß ja früher oder später in sich selbst kollabieren.

Wird irgendwo ein Schafzüchter benötigt?

Ey! Fängst Du jetzt schon an, mir meine Ideen zu klauen?

2. Marcus schrieb am 10. Juli 2009 um 09:01

Ich würde mal sagen du hast da richtig scheisse gebaut. Vor kurzem hatte ich erst ein Seminar, in dem es genau darum ging. Leute, die kompetenzen abgeben und nicht deligieren können. Sie sagen zu jemandem “ja mach mal” und das wars dann für sie. Wenns schief läuft heisst es dann “muss man denn immer alles selber machen?”.

Überlege dir, was du hättest besser machen können. Ein Stichwort: Proaktivität.

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