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Date of registration: Mar 13th 2007

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Friday, June 8th 2007, 6:25pm

Heads Up mit Flush Draw gegen Agressor - wie spielen

Lieber Herr Lauzon

Wie würden Sie mir raten, diese Hand zu spielen? In einem anderen Forum (genauer bei Pokerstrategy.de) wird geraten, hier gegen jeden Gegner agressiv zu spielen, also Check-Raise Flop und Bet Turn. Der Gegner würde oft genug eine schlechtere Hand folden müssen, so dass diese Spielweise rentabel sei, lese ich dort.

Aufgrund meiner Erfahrungen auf tiefen Limit Holdem-Tischen habe ich hier aber meine Zweifel. Wie sehen Sie das?


Preflop: Hero is BB with :As :5s
MP2 raises, 4 folds, Hero calls

Flop: :Ks :8s :2h (2 players)

Alex Lauzon

Head-Coach

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Saturday, June 9th 2007, 8:38am

Es kommt immer auf den Gegner an

Hallo Sonderling!

Die Empfehlung von Pokerstrategie ist nicht falsch. Aber (immer das großer ABER), es kommt natürlich auf die Spielweise und Aggressivität des Gegners an. Und dabei auch auf das eigene Image.

Dazu kommt, dass man sich in ähnlichen Situationen nicht immer gleich verhalten soll.

Das Check-Raise am Flop ist grundsätzlich eine gute Option, um Informationen zu sammeln. Erfolgt ein Reraise, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Königs. Aber, insbesondere Online-Poker wird immer aggressiver gespielt. Immer öfter antworten Gegner mit einem Reraise, obwohl sie den Flop völlig verpasst haben, in der Hoffnung, das Raise des Gegners war zur Informationseinholung gedacht.

Dazu kommt eine weitere Gefahr. Nehmen wir an, der Gegner hätte A-K gespielt, callt das Check-Raise und antwortet am Turn (keine Pik natürlich) mit einem Raise. Dann wird die Kaufchance ziemlich teuer.

Dann gibt es aber auch noch jene Gegner, die mit dem kleinsten Paar (oder Taschenpaar) generell bis zum Showdown gehen.

Die Empfehlung von Pokerstrategie ist somit dann anwendbar, wenn es sich um einen Gegner handelt, dessen Spiel ziemlich konservativ ist. Z. B. jemand, der auch A-2 oder 3-3 folden würde, wenn der Turn die Situation für ihn nicht verbessert.

Handelt es sich um einen notorischen Caller, dann würde ich es für günstiger erachten, die Kaufchance billig wahrzunehmen. Check und Call.


Von gelegentlichen Variationen, von Phasen, in denen man den Maniac spielt oder auch die Calling-Station, abgesehen, meiner Erfahrung nach ist online Limit am profitabelsten, wenn man solange zurückhaltend spielt, bis sich das Blatt verbessert hat. Dann erfolgen meist eine Menge wünschenswerter Calls, die letztendlich den Gewinn bringen.

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Saturday, June 9th 2007, 3:59pm

Haben Sie vielen Dank für Ihre Antwort. Mit dem grossen ABER macht das auch in meinen Augen deutlich mehr Sinn.

Wenn ich da gleich mehrere Fragen anhängen darf - betreffend der Phasen, in denen Sie am Tisch absichtlich den Eindruck eines Maniac oder einer Callingstation erwecken: Lohnt sich dies erst auf Tischen höheren Limits, wo man sicher sein kann, dass die eigene Spielweise von den Gegnern wirklich beobachtet wird? Und wie muss man sich das vorstellen - kommen Sie frisch an einen Tisch, erwecken einen entsprechenden Eindruck (und zeigen auch mal die Karten) und ändern nach einigen (meist verlorenen) Pötten die Spielweise und spielen tight?

Alex Lauzon

Head-Coach

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Saturday, June 9th 2007, 4:24pm

Den Maniac vorgeben

Hallo Sonderling!

Jeder entwickelt im Laufe der Jahre seine eigene Taktik. Es gibt wirklich erstklassige Spieler, die es auch anders sehen und betreiben als ich.

Was das Limit betrifft, so glaube ich, dass durch die verbreitete Verwendung von Software (Pokertracker, Pokeroffice), auch auf den niedrigeren Tischen Verwirrungstaktik hilfreich ist.

Selten werde ich in der ersten Spielphase aggressiv. Noch vor einigen Jahren, am Live-Tisch, hatte man während der ersten halben Stunde etwas Narrenfreiheit. Unbekannten gegenüber war jeder etwas vorsichtig. Heute ist es umgekehrt. Setzt sich jemand an den Tisch und versucht, diesen durch Raises und Reraises zu überrennen, will's irgend einer unbedingt wissen und callt bis zum Showdown. Ich persönlich mag es nicht, wenn ich sofort mit Verlust beginne und den erst einmal aufholen muss.

Also, wie auch im zweiten Buch erklärt, die Basis ist immer konservatives, sehr trockenes Spiel. Wird zu wenig mitgegangen, erhalte ich halbwegs gute Karten en suite, dann greif ich einige Male an. Reraise mit Gutshot. Oft kostet dies Geld, doch dies fällt in den Bereich "Advertising".

Je nach Laune, Tagesverfassung, Spielstärke der Gegner, übertreibe ich manchmal mehr und manchmal weniger.

Gute Spieler fallen nicht sehr oft auf solche Verwirrungen herein! Sie warten trotzdem auf passende Karten. Also, Vorsicht! Andere jedoch merken sich über Stunden, dass man einige Male wild geblufft hat und verteiden regelmäßig ihr kleines Paar oder was immer sie als zweitbestes Blatt in der Hand halten.

Das wichtigste bleibt immer, sich an die jeweiligen Gegner anzupassen!