Abgesehen von der beginnenden Mega-Finanzkrise, Aktien steigen und Aktien fallen. Langfristig geht die Tendenz dabei immer nach oben, doch oft gibt es Gegenbewegungen, die sehr lange anhalten können. Obwohl der Markt immer wächst und der Wert des Geldes regelmäßig abnimmt. Und genau so läuft's auch am Pokertisch. (Den guten Spieler können wir dabei mit dem gesunden Unternehmen vergleichen.) Manchmal, leider nicht all zu oft, erleben wir Gewinnsträhnen, dass wir selbst nicht mehr glauben können, dass so etwas möglich ist. Und dann gehen wir durch eine Phase, in der wir ernsthaft zu glauben beginnen, dass sich alle Welt gegen uns verschworen hat.
(Ich erinnere mich an einen Spieler in Niagara, an einem Limit-Tisch, der mit einem Full House am River das Raise - und ich wiederhole: Limit - unterließ, weil er so sehr an Niederlagen gewöhnt war, dass er mit dem höheren Full House in der Hand des Gegners rechnete.)
Nachdem jetzt nicht nur Fredbet, sondern auch noch Micha, vom selben Leid klagt, können da nur die Sterne dafür verantwortlich sein. Habt Ihr beide im gleichen Monat Geburtstag?
Scherz beiseite! Solche negativen Phasen treten immer wieder auf. Damit muss man Leben. Das wirkliche Problem beginnt dann, wenn wir unsere Strategie danach ausrichten, wenn wir das Negative erwarten, wenn wir das bessere Blatt zu zaghaft verteidigen, wenn wir den guten Bluff zum richtigen Zeitpunkt unterlassen, weil wir davon ausgehen, dass der Gegner ohnehin die Nuts erwischt hat und ähnliches.
Das Naheliegendste ist hierbei, ein Pause einzulegen. Und das meine ich absolut ernst. Zwei Wochen, drei Wochen ohne Poker. Spiel Schach, Backgammon oder lern den Erlkönig auswendig. Wenn Du Dich danach wieder an einen Tisch setzt, dann sind die negativen Erfahrungen vergessen, dann sitzt Du wieder mit dem gleichen Selbstbewusstsein dort, das für profitables Spiel unumgänglich ist.
Abschließend erwähne ich noch kurz eigene Erfahrungen. Im November ist bei mir alles schief gelaufen und habe, sowohl live als auch online, regelmäßige Verluste hingenommen. Und daneben gibt's unsere Micro Poker Tour, wo es eigentlich nicht um Geld, sondern um die Unterhaltung geht. In vier oder fünf Turnieren bin ich dabei jedes Mal als einer der ersten ausgeschieden. Meine Raises werden prinzipiell gecallt - vor allem von Chrischen

- und dann verliere ich mit K-K gegen 5-6, mit A-J gegen 8-5, renn zur Abwechslung, wie diesen Dienstag, mit A-J in Position gegen A-A an, und verabschiede mich endgültig mit A-K gegen 7-7. That's life, that's what all the people say, riding high in April, shut down in May; but I know I'm gonna change that tune, when I'm back on the top, back on the top in June........