You are not logged in.

  • Login
  • Register

Kranich

Registered User

Date of registration: Oct 3rd 2008

Posts: 16

Thanks: 72

1

Friday, October 3rd 2008, 2:45am

Poker, Politik und Freiheit

Ich habe mich jetzt in eurem Forum angemeldet. Zuerst möchte ich den Betreibern der Pokerakademie mein großes Kompliment aussprechen. Schon lange lese ich gerne und regelmäßig eure Beiträge.

Doch die letzte Story von Alex Lauzon, die ich heute gefunden habe, ist wirklich ein Hammer! :thumbup:

Hat nicht gerade wirklich viel mit Poker zu tun, trifft aber den Nagel voll auf den Kopf. Was uns nicht alles verboten wird und dann sagen sie uns, wir seien freie Menschen. Ich glaube, da ist es den Leuten unter den Kommunisten noch besser gegangen, denn die haben schließlich gewusst, dass der Staat nicht ihre Interessen vertritt, dass sie in einer Diktatur leben. Und wir lassen uns immer wieder für blöd verkaufen.

Die Amerikaner sind mit 10 Billionen Dollar verschuldet. Staatsschulden. Alles Gold der Welt reicht nicht aus, um das zu bezahlen. Und jetzt wollen sie dieses Schuldenvolumen noch einmal um 700 Milliarden vergrößern, um dem Bankensystem, das dieses Chaos verursacht, zu helfen. Absurd. Eigentlich ein Betrug.

Road_Runner

Super Moderator

Date of registration: Apr 9th 2007

Posts: 831

Thanks: 402

2

Friday, October 3rd 2008, 1:32pm

Um welche Story geht es genau? Link bitte.

Baron171

Registered User

Date of registration: Apr 2nd 2007

Posts: 17

3

Friday, October 3rd 2008, 2:00pm

"Poker - Politik - und freie Bürger in einem freien Land" by Alex Lauzon

Klick

pokerakademie

Administrator

Date of registration: Feb 28th 2007

Posts: 2,153

Thanks: 3153

4

Friday, October 3rd 2008, 5:46pm

Poker – Politik – und freie Bürger in einem freien Land

Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Kanada, USA und eine ganze Menge anderer Länder haben eines gemeinsam: Sie bezeichnen sich als reich, als frei und so glaubt auch die Mehrzahl ihrer Bürger an ihre persönliche Freiheit. Immerhin, alle paar Jahre dürfen sie auf einem Kärtchen ein Kreuzchen machen – ich spreche von Wahlen – und was will man schon mehr?

Ich stand kürzlich vor dem Eingang des Montrealer Casinos, die riesigen Fenster mit unübersehbaren Nichtrauchersymbolen geziert – auf den Platz vor dem Eingang verweisend, nicht drinnen – wartete auf mein Auto, zündete mir eine Zigarette an, und sofort kam ein Angestellter auf mich zugeeilt und ersuchte mich wirklich höflich, die Nichtraucherzeichen zu beachten.

Wortlos entfernte ich mich ein paar Schritte. Gedanken gingen mir durch den Kopf. Wie sehr hatte ich es als Kind, als Jugendlicher, als Minderjähriger gehasst, wenn mir andere Leute – meine eigenen Eltern eingeschlossen – immer wieder Vorschriften machten. Das darfst du nicht, das sollst du nicht, dafür bist du zu jung, und alles ist nur zu deinem eigenen Besten.
Gut, die Jahre vergingen. Ich wurde volljährig, später erwachsen und mittlerweile lebe ich seit mehr als einem halben Jahrhundert auf dieser Welt.

Und womit finde ich mich noch immer konfrontiert?

Hier dürfen Sie nicht rauchen. Dort dürfen Sie Ihr Bierglas nicht mitnehmen. Im Pub dürfen Sie doch nicht Poker spielen. In diesem Wohnviertel können Sie keine Kneipe eröffnen. Sind Sie auch angeschnallt? Haben Sie dafür eine Bewilligung?

Während manche Regelungen sich parallel verbreiten, sind andere länderspezifisch. Ums Schwimmbecken im eigenen Garten muss ein hoher Zaun gezogen werden. Schließlich könnte sich des Nachbars Kind verlaufen und darin ertrinken. Bäume am eigenen Grundstück umsägen? Da erklären Sie uns doch bitte erst einmal, warum?

Warum? Warum denke ich über diese Dinge so viel nach? Warum nehme ich es nicht einfach hin, so wie meine Mitbürger es tun. Das ist eben Gesetz! Das ist eben so!

Vielleicht liegt es daran, dass ich Pokerspieler bin – und gleichzeitig Buchautor. Pokerspieler und Buchautoren haben grundsätzlich eines gemeinsam. Sie wollen sich nicht Vorschriften unterwerfen. Sie wollen sich nicht an die Bedingungen, mit denen Andere problemlos leben können, anpassen. Je mehr wir uns anpassen desto weniger fällt uns auf, das mit der einen oder anderen Regelung vielleicht etwas nicht stimmen könnte. Schließlich gibt es für alles Argumente. Rauchen, um Himmels Willen, was ist mit der Feinstaubbelastung? Anschnallen? – Es geht ja bloß um die eigene Sicherheit, man gefährdet doch sonst niemanden! Ja, aber wer zahlt den Krankenhausaufenthalt? Das zahlt doch die Allgemeinheit. Sie wollen bei Rotlicht über die Kreuzung fahren, weil Sie einen Kilometer links, einen Kilometer rechts, einen Kilometer vor Ihnen kein Auto sehen. Weit hinten sind die Scheinwerfer eines Fahrzeuges sichtbar. Könnten Bullen sein. Besser stehen bleiben. Dass man niemanden gefährdet, wenn keiner da ist, kann doch kein Argument sein. Gesetz ist Gesetz – wenn das jeder machen würde.

Mitspieler fürs Home-Game per Internet suchen, gar noch eine Adresse oder Telephonnummer angeben? Autsch. Wenn das die Staatsanwaltschaft mitkriegt. Warum sollen volljährige Bürger nicht entscheiden dürfen, was sie mit ihrem Geld tun? Ob sie’s für neue Schuhe ausgeben, für Schnaps, für leichte Mädchen oder an den Pokertisch bringen oder ins staatliche Spielkasino oder in einen, in so vielen Kneipen legal aufgestellten, Spielautomaten werfen? Wo liegt der Unterschied?

Das ist eben so. Das ist Gesetz.

Wer macht Gesetze? In wessen Interessen werden Gesetze gemacht? Wie soll sich die Flut von Regelungen, die auf unser tägliches Leben, Tag für Tag, Stunde für Stunde, Einfluss nehmen, mit der Idee von Freiheit kombinieren lassen?
Man möge mir verzeihen, dass ich den Ursprung des folgenden Zitates nicht kenne, doch habe ich irgendwo einmal folgenden Satz gelesen: „Freiheit bedeutet, dass jeder all das tun darf, was vom Gesetz erlaubt ist!“ Ergibt doch Sinn, nicht wahr?

Amerika, Inbegriff der Freiheit, Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ein Krieg wurde gegen die englischen Kolonialherren geführt und gewonnen, auf dass die Ideale von Freiheit auf immer und ewig erhalten blieben. Anno 1913, mit dem Beschluss, einer rein privaten Bank, die sich „Federal Reserve Bank“ nennen darf und mit der Bundesregierung, „The Federal Gouvernement“, nicht mehr zu tun hat als „Federal Express“, das Privileg zu erteilen, Geld in Umlauf zu setzen und zwar in Form von Krediten, für die der Staat, also die Allgemeinheit, Zinsen zu zahlen hat, wurde gleichzeitig auch die Idee einer Einkommenssteuer manifestiert. Von irgendwo her musste das Geld für die Zinsen ja kommen. Zwar ist Steuer auf den Ertrag der persönlichen Arbeit, als Form der Sklaverei, in den USA bis heute verfassungswidrig, was selbst in den USA nur ganz wenige Menschen wissen, weil ja schließlich alle ihre Einkommenssteuer bezahlen und weil CNN und FOX das Thema nicht aufgreifen, doch schließlich sind ja ohnehin alle Amerikaner reich und können es sich leisten. Dafür haben viele ja einen zweiten und oft dritten Job, selten ein paar Tage bezahlten Urlaub, keine Krankenversicherung. Dafür, so der noch immer amtierende Präsident, hassen die Araber schließlich Amerika, weil Amerika reich ist, weil Amerika frei ist.

Dann wurde der Genuss von Alkohol verboten. Dann wurde der private Goldbesitz verboten. Pokerspielen war ohnehin fast überall verboten. Ich will hier gar nicht aufzählen, was noch alles verboten wurde, die Jahrhunderte alte Gepflogenheit des Tabakgenusses eingeschlossen. Und dass das Verbot, online zu Pokern auch wirklich eingehalten wurde, hat man den Geldinstituten verboten, Überweisungen auf Pokerkonten durchzuführen.

Langsam hat man sich an all die Verbote gewöhnt, nimmt sie hin, lebt damit, so wie der Frosch, der im kalten Wasser sitzt, das langsam erwärmt wird, und ganz darauf vergisst, aus dem Wasser raus zu springen, bevor es zu kochen beginnt.

Warum schreibe ich eigentlich über diese Dinge? Will ich mir einfach den Ärger von der Seele schreiben, will ich auf etwas verweisen, glaube ich, etwas damit bewirken zu können? Nein, glaub’ ich nicht. Wahrscheinlich spielt alles zusammen. Ich wundere mich nur, dass Menschen, die sich für intelligent, objektiv, erfahren, zu gesundem Urteilsvermögen fähig halten, all das so kommentarlos hinnehmen, hier so wie dort, gestern so wie heute. Und was kommt morgen?

So spielen wir einfach weiter unser kleines Pokerspiel. Vom großen Poker hören wir ohnehin nur Gerüchte und lassen uns erzählen, dass wir nichts davon verstünden, dass es dafür Fachleute, Experten gäbe. Wir leben in Demokratien, wir, die Wähler treffen ja schließlich die Entscheidung. Alles passiert zu unserem eigenen Besten. Könnte man mehr verlangen? Good Luck!

Alex Lauzon
Spruch der Woche: "Wenn man einen Wohnungsbrand als MP3 speichert, kann man ihn viel leichter löschen!"

Alles rund ums Thema Poker unter www.pokerakademie.com

1 registered user thanked already.

Users that thanked:

82Sue (05.10.2008)

Flat

Registered User

Date of registration: Mar 18th 2008

Posts: 28

Thanks: 57

5

Friday, October 3rd 2008, 8:41pm

Moin,

Tschuldigung, aber bei mir kommt der Artikel etwas wirr herüber.

Quoted

Immerhin, alle paar Jahre dürfen sie auf einem Kärtchen ein Kreuzchen machen


Mitnichten. Jeder Bürger kann sich politisch einbringen. Das Problem ist doch eher, dass die Masse ihren Hintern nicht hoch bekommt und nur rummault, was ihr nicht passt. Wie viele oder besser wie wenige engagieren sich denn?

Ich höre schon das 'bringt doch nichts'. In der Regel von denen, die es nie versucht haben.


Nehmen wir doch mal das Rauchverbot. Die Mehrheit ist dafür. Endlich mal wieder vernünftig ins Restaurant gehen können und das Essen genießen, ohne dass mir der Proll am Nachbartisch seine Rauchschwaden zumuten darf. Der reklamiert jetzt seinen Verlust an Freiheit und Lebensqualität? Mir hatte er sie vorher genommen, der Egoist.


USA ist im Prinzip schon frei. Jeder kann dort z.B. eine Schusswaffe kaufen. Die sind gut organisiert, die Schießwütigen. Haben mit der NRA eine hervorragende Lobby. Knallt mal wieder jemand 20 Menschen ab, dann sorgen die dafür, dass nicht etwa jemand auf den Gedanken kommt, dass das ohne Waffe vielleicht nicht passiert wäre, nein, sie sorgen dafür, dass man glaubt, besser eine Waffe zu haben, um im Notfall zurück schießen zu können. Tja, Freiheit kann auch Freiheit zum Erschossen werden sein.


Ist schon wahr, warum soll man angeschnallt sein im Auto? Warum nicht am Steuer mit Handy telefonieren?Warum nicht während der Fahrt schminken?,Oder eine Zeitung lesen? Ist ganz simpel: Man braucht solche Verbote, weil es offensichtlich vielen an gesundem Menschenverstand fehlt, sich vernünftig zu verhalten.


Nun sind wir hier in einem Pokerforum. Ja, die Pokerregelungen ärgern mich. Dabei sind die gar nicht explizit gesetzlich geregelt. Deshalb macht jedes Bundesland und jede Kommune ihr eigenes Ding. Könnte es nicht vielmehr sein, das hier eine gesetzliche Regelung eher fehlt? Es mag überraschen, aber die kann man in unserem Land gerichtlich überprüfen lassen (so ist das Rauchverbot ja auch -leider- teilweise wieder aufgehoben).

Insofern finde ich es gut, dass sich jetzt eine Interessenvertretung der Pokerspieler gegründet hat. Das ist der richtige Weg, der demokratische Weg. Könnt ja mal reinschauen: http://www.pokerdachverband.de/

Wahrscheinlich hauen die meisten aber wieder ab, wenn sie merken, dass es dort keine freerolls gibt.

Ich bin auch noch etwas skeptisch, aber ich finde es gut, dass hier mal jemand den Hintern hoch bekommt.


So, das waren meine 5 Cent.

Tschüss

Jörg

Kranich

Registered User

Date of registration: Oct 3rd 2008

Posts: 16

Thanks: 72

6

Friday, October 3rd 2008, 9:01pm

@Flat

Du antwortest genauso wie Herr Lauzon es in seine Story aufgenommen hat. Gesetze muss es ja geben! Der Bürger ist ohnehin unmündig! Gott sei Dank gibt es Rauchverbot! (Jetzt wollen sie sogar bei uns in Österreich damit anfangen.) Und dann noch, zum Thema Poker: "Könnte es nicht vielmehr sein, das hier eine gesetzliche Regelung eher fehlt?" Also, per Gesetz erlaubt braucht ja nichts zu werden. Eine eindeutige Regelung gibts eh: im Casino mit € 15 Rake pro Pot!

Herr Lauzon schreibt, dass ihn all die Verbote an seine Kindheit erinnen, als er noch unmündig war. Jetzt ist, wie er schreibt, über 50 und muss sich noch immer nach all den Verboten ausrichten. Ich bin halb so alt wie er. Ich kann nachempfinden, was er sich denkt. Und ich fühle mich erwachsen genug, für mich selbst zu entscheiden. Ich brauch keinen Vormund.

Die Extreme, wie Rauchen am Esstisch, sind ein Thema für sich. Warum soll aber nicht im Restaurant, nebenan eine kleine Bar für Raucher sein. Wo nur Raucher und solche die es nicht stört sind. Wenn ich auf wirklich störende Umstände von Nichtrauchern verweise, wie das Restaurant, dann muss ich doch gleichzeitig auf die Lokale hinweisen, in denen sich (fast) nur Raucher treffen, denen ihre Gewohnheit plötzlich verboten wird. VERBOTEN! (Und der Unsinn mit dem Schutz des Personals. Die meisten Kellner sind selber Raucher und das Teeren der Straßen wird schließlich auch nicht verboten, weil die Arbeiter die Teerdämpfe einatmen müssen.)

Wahrscheinlich trauen sich wenige, so wie Herr Lauzon, das Thema überhaupt aufzugreifen, weil sich sofort andere finden, die ohnehin alles für gut heißen.

@Alex Lauzon. Lassen Sie sich bitte nicht entmutigen. Teilen Sie uns weiter Ihre Meinung mit.

jotjot

Junior

Date of registration: Jul 25th 2007

Posts: 364

Thanks: 327

7

Friday, October 3rd 2008, 10:47pm

Gestern am Urinal eine kleinen Kreuzberger Kneipe:
"Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten."

An der Tür hängt ein Schild: "Vorsicht Raucher"

An den Tischen selbst demonstrierten viele die kleine tägliche Anarchie mittels jeder Menge konischer Zigaretten.

Ich :h: Kreuzberg

JJ
"Ein Leben schwindet oder weitet sich aus im Verhältnis zum eigenen Mut"

Anais Nin

1 registered user thanked already.

Users that thanked:

Kranich (03.10.2008)

RandyAndy

Registered User

Date of registration: May 3rd 2007

Posts: 18

Thanks: 14

8

Friday, October 3rd 2008, 10:58pm

Mitnichten. Jeder Bürger kann sich politisch einbringen. Das Problem ist doch eher, dass die Masse ihren Hintern nicht hoch bekommt und nur rummault, was ihr nicht passt. Wie viele oder besser wie wenige engagieren sich denn?

wenns mit dem engagieren so leicht wäre. praktisch kann man sich an eine der parteien anschließen - und dann muss man sich an deren politik halten. in österreich haben wir pokerclubs. ganz legal. über der grenze geht das nicht mehr. engagiert man sich in deutschland weniger?

übrigens, das beispiel mit der freiheit in amerika auf schusswaffen zu beschränken, finde ich etwas einseitig. dort darf auch jeder mit 16 soldat werden und leute tot schießen. um bier zu kaufen muss man aber 21 sein.

ich war in new york, musste mich erst ausweisen, dass ich ein bier bekam, bin zum rauchen nach draussen gegangen, durfte aber mein bier nicht mitnehmen. frei hab ich mich dabei nicht gefühlt - und pistole wollte ich mir ohnehin keine kaufen.
All life is a game of luck!

Kranich

Registered User

Date of registration: Oct 3rd 2008

Posts: 16

Thanks: 72

9

Friday, October 3rd 2008, 11:04pm

Auf nach Kreuzberg

Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten. Toller Spruch. So sehe ich es auch.

jotjot

Junior

Date of registration: Jul 25th 2007

Posts: 364

Thanks: 327

10

Saturday, October 4th 2008, 2:52pm

Noch etwas zu den Wahlen.
In Berlin ist diese Sache mit den Bürgerentscheiden sein einigen Jahren in der Verfassung verankert.
Schön und gut.
Jetzt gab es einen Bürgerentscheid über den Fortbestand der "Mutter aller Flughäfen", Tempelhof.
Historisch in dieser Stad eine Legende, haben die Amerikaner hierüber doch monatelang fast 2 Millionen Menschen mit allem Überlebenswichtigem versorgt. Natürlich ein streitbares Thema, ob ein Flughafen mitten in der Stadt sein muss.
Was aber gar nicht geht ist, wenn die politische "Elite" bereits vor dem Bürgerentscheid verkündet, dass ihnen das Ergebnis scheißegal ist, denn man sei nicht daran gebunden, werde ihn also so oder so schließen.
Essenz: "Wir wissen was für euch Bürger gut ist, also seit ruhig."

JJ
"Ein Leben schwindet oder weitet sich aus im Verhältnis zum eigenen Mut"

Anais Nin

82Sue

Advanced

Date of registration: Sep 26th 2007

Posts: 723

Thanks: 541

11

Saturday, October 4th 2008, 7:59pm

RE: Poker – Politik – und freie Bürger in einem freien Land

Alex, du sprichst einem aus der Seele :kniefall:

Ich denke uns, ob nun in Amerika oder Deutschland, geht es noch nicht schlecht genug. Denn sonst würden die Leute ihren Arsch hochkriegen und etwas dagegen tun.

Es wird irgendwie akzeptiert, was von höhere Ebene kommt, und so kommen und gehen Vorschriften und Gesetze. Ob diese dann sinnvoll sind, dass ist dann eine andere Sache.

"Wenn Wahlen etwas verändern würden, dann wären sie verboten" Sehe ich auch so. Die Sache mit den Interessenverbänden finde ich gernell gut, aber können diese auch wirklich was bewirken?

Außergewöhnliche Situationen, erfordern außergewöhnlich Maßnahmen und dementsprechend außergewöhnlich viele Menschen. Denn ich denke nicht das man im Alleingang die Welt verändern kann.

Lg
Sue

alpman

Advanced

Date of registration: Apr 22nd 2008

Posts: 824

Thanks: 807

12

Saturday, October 4th 2008, 8:12pm

Alle Raucher können froh sein, dass sie in Deutschland und nicht in Norwegen leben ;)
[17:16:35] Chrischen : klau mir die blind s wenn die schlampe nicht im pott ist

---

sanci25: Ihr könnt ja nur nicht gegen Frauen verlieren

Kranich

Registered User

Date of registration: Oct 3rd 2008

Posts: 16

Thanks: 72

13

Saturday, October 4th 2008, 9:29pm

Als ich die erste Antwort auf mein Postng gesehen habe, glaubte ich schon, ich bin der einzige, der von der Geschichte beeindruckt ist. Zum Glück bin ichs nicht. Die Welt also doch noch nicht ganz kaputt.

Das Rauchverbot, das sich weltweit so schnell verbreitet wie einst der Marxismus, scheint mir dabei bloß der Gipfel vom Eisberg zu sein. So wie sich die (nein, nicht die, nur manche - ich kenne einige, die keineswegs fürs Verbieten sind) Nichtraucher aber gleich fürs Verbieten aussprechen, so finden sich für alle anderen Verbote - also Einschränkungen unserer persönlichen Freiheit - auch gleich Befürworter.

Flat kam in seinem Kommentar aufs Anschnallen und hat es mit Handy-Telephonieren und Zeitunglesen beim Autofahren im selben Satz erwähnt. Den Unterschied sehe ich ja schon, ob ich bloß mich selbst gefährde oder andere (durch Zeitunglesen beim Autofahren).

Die Freiheit des Einzelnen mag schon dort enden, wo die Freiheit des anderen beginnt. Das ist aber nicht der Fall, bei allem was ich in meinem eigenen Haus tu oder in Gruppen (etwa Clubs) wo sich alle Mitglieder einverstanden erklären. Etwa einem Pokerclub.

RandyAndy hat geschrieben, dass man ihn in New York nicht mit dem Bierglas aus der Bar hat rausgehen lassen (hab ich schon von anderer Seite gehört, dass das dort so ist). Damit gefährdet man wohl auch niemanden.

Auf jeden Fall freu ich mich, dass mein allererstes Posting mehr Reaktion nach sich zieht als andere. :) :) :)

Salzgurkerl

Registered User

Date of registration: Jun 2nd 2008

Posts: 79

Thanks: 139

14

Sunday, October 5th 2008, 12:51am

Freiheit was ist das?

Lieber Alex Lauzon, das war ein Artikel, der meiner Seele gut getan hat. Es gibt für den einzelnen Bürger keine Freiheit mehr.

Auf grund der gesetzlichen Regelungen ist jeder Bürger t ä g l i c h ein Gesetzesübertreter, ein Verbrecher, eben ein Straftäter.

Wieso? Es beginnt beim Frühstück: Gesetzlich vorgeschriebene Mülltrennung: Teebeutel: der verbrauchte Tee gehört in die "Biotonne"

oder auf dem eigenen Komposthaufen, der Beutel selbst in die Papiertonne und der Faden des Teebeutels in den Sondermüll. Die

verbrauchte Serviette in die Papiertonne, das Butterpapierl in den Sondermüll und die Plastikwasserflasche in den Plastikcontainer und

das Marmeladeglaserl in den Glascontainer, sollte noch einwenig Marmelade drinnen sein, gehört die raus in den Kompost. Haltet man sich nicht daran gibt es in Wien die "Mistpolizei"und die stellt dann halt Strafmandate aus. Fährt man mit dem Auto zur Arbeit ist man von Haus aus ein Krimineller. Gurt angelegt, Reifen überprüft, Nackenstütze eingestellt, Freisprechanlage eingeschaltet, Geschwindigkeit beachten, etc. etc. Aber all das steht ja im Großen und Ganzen irgendwie großzügig in Deinem Artikel verpackt.

Aber so wegen Freiheit, etwas hat mir da ja noch gefehlt und das geht mir genauso auf den Hammer wie die vorher zitierte Freiheit.

Ich werde dies an einem Beispiel anführen, letztlich steht Weihnachten vor der Tür. Das man in den Kindergärten keinen Nikolaus mehr kommen

kommen lassen darf, wegen der anders gläubigen Menschen, an das haben wir uns ja schon gewöhnt.

Also Weihnachten, eine Firma möchte eine Weihnachtsfeier machen und ladet dazu alle Betriebsangehörigen dazu einmal ein. Glaubt man, das geht heute so leicht. Der Betriebsrat lenkt sofort ein, man darf keine Weihnachtsgeschenke machen, denn da würde man jene diskriminieren die kleinere Geschenke erhalten. Die türkischen Mitarbeiter wollen das Wort Weihnachtsfeier nicht haben, also wird die Weihnachtsfeier auf Jahresendfeier umbenannt.

Die anonymen Alkoholiker bestehen darauf einen alkoholfreien Tisch zu bekommen und in einem eigenen Raum zu sitzen, damit man sie nicht erkennt. Ja, die Raucher, auch die wollen einen eigenen Raucherraum und die Nichtraucher weit weg von den Rauchern sitzen. Die Schwangeren müssen unbedingt in der Nähe der Toiletten sitzen. Die Schwulen wollen ebenfalls unerkannt in einem eigenen Zimmer sitzen, weit weg von den Lesben, die ebenfalls einen eigenen Raum fordern. Ja und erst die Vegetarier! Ihr Tisch muss unbedingt weit weg vom Todesgrill sein.

Freiheit, das ich nicht lache. Rücksichtnahme, das ich nicht weine. Ja, die Welt steht nimma lang - früher hat man geglaubt, irgendwann

gehört alles Geld der Welt den Banken, falsch - die bringen es durch!

Flat

Registered User

Date of registration: Mar 18th 2008

Posts: 28

Thanks: 57

15

Sunday, October 5th 2008, 8:16am

RE: @Flat

Du antwortest genauso wie Herr Lauzon es in seine Story aufgenommen hat. Gesetze muss es ja geben! .


Moin,

ich antworte mal Dir stellvertretend für die weiteren poster. Geht ja alles in die gleiche Richtung.

Ja, Gesetze müssen sein, denn sonst regiert das Recht des Stärkeren oder eben das Recht des Dreisteren.


Quoted

Der Bürger ist ohnehin unmündig!


Ja, das sind sie wohl häufig. Nehmen wir doch mal das Rauchverbot in Restaurants. Das wäre völlig unnötig gewesen, wenn die Raucher soviel Erziehung und Anstand besessen hätten, den anderen Gästen nicht das Essen zu vermiesen und freiwillig nach draußen zu gehen. Sind sie aber nicht. Mit dem Argument 'es ist hier nicht verboten, also darf ich es und mach es auch'. Gut, nun ist es verboten und dann wird sich wieder beschwert. Das Verbot wurde doch herausgefordert.


Quoted

Ich kann nachempfinden, was er sich denkt. Und ich fühle mich erwachsen genug, für mich selbst zu entscheiden. Ich brauch keinen Vormund.


Wenn Dein Verhalten so ist, dass Du andere damit schädigst oder in Gefahr bringst, dann brauchst Du einen Vormund, jemand, der Dich hindert, das zu tun. Nicht um Dich zu schützen (was an sich ja auch nicht verkehrt ist) sondern um die anderen vor Dir zu schützen. Rauchen ist hier ein gutes Thema.

Quoted

Warum soll aber nicht im Restaurant, nebenan eine kleine Bar für Raucher sein.


Richtig. In diese Richtung geht ja die jetzige Regelung, wo in einen zweiten abgeschlossenen Raum geraucht werden darf.

Ich kann aber das Gejammer der Raucher nicht verstehen, die bisher nahezu 100% der Kneipen und Restaurants vollgequalmt haben und jetzt über Einschränkungen stöhnen. Die Einschränkung, dass die Nichtraucher quasi jeden Restaurantbesuch vermiest haben, hat sie Jahrzehnte nicht gestört.

Quoted

Die meisten Kellner sind selber Raucher


Das glaube ich zwar nicht, wenn dem so wäre, würde ich allerdings vermuten, das Nichtraucher es in dieser Branche wahrscheinlich bisher nicht ausgehalten haben.


Quoted

Wahrscheinlich trauen sich wenige, so wie Herr Lauzon, das Thema überhaupt aufzugreifen, weil sich sofort andere finden, die ohnehin alles für gut heißen.


??? Das wird doch überall groß und breit diskutiert. Da ist nun wirklich kein besonderer Mut (und ein bisschen Märtyrer-sein) erforderlich. Nur kommen die Gegenargumente eben oft nicht über solche Platitüden wie 'wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten' hnaus.


Das einzige Verbot in dieser Diskussion, dass ich derzeit wirklich für falsch halte, ist das generelle Fast-Pokerverbot. Und hier finde ich den Weg, den derzeit einige Spieler gehen, richtig: Die Gründung des Dachverbandes:
http://www.pokerdachverband.de/

Das ist eben nicht nur Jammern sondern wirklich mal den Hintern hoch bekommen und was tun. So muss es sein. Und wenn genug mitmachen, ändert sich auch was.

Tschüss

Jörg

RoyalFarmer

Advanced

Date of registration: Apr 19th 2007

Posts: 480

Thanks: 27

16

Sunday, October 5th 2008, 10:11am

Also ein wenig den Kopf schütteln muss ich ja schon, wenn ich das hier so lese.

Ihr wollt frei sein? Dann packt die Äxte aus und akzeptiert, dass jederzeit ein Haufen Degenerierter eure Frauen und Kinder überfallen und vergewaltigen kann, nur weil deren Äxte größer sind.

Rauchverbot? Es kotzt schon an, wenn man einfach nur ein Bier trinken oder ne Pizza essen will und um einen herum versinkt die Welt im blauen Dunst, die Gesundheit dabei noch gar nicht beachtet. Seperate Räume und fertig.

Handyverbot beim Autofahren? Hier bei uns hat sich ein 18-jähriger wegen der Scheiße um den Baum gewickelt und gleich noch n anderes Auto mitgenommen.

Mülltrennung? Stimmt schon, warum kippen wir eigentlich nicht wieder Giftmüll in die Flüsse, der Freiheit zu Liebe.
Das Ding ist einfach:

Wir können (oder sollten) machen was wir wollen, solange wir andere dadurch nicht gefährden. Das nennt sich dann glaube ich demokratische Gesellschaft. Alles andere ist Anarchie oder Diktatur.

Und somit muss ich Flat zustimmen: Das einzige wirklich diskussionswürdige Verbot ist das des Pokerns. Weil man da keine anderen gefährdet, sondern fast nur sich selbst.

jotjot

Junior

Date of registration: Jul 25th 2007

Posts: 364

Thanks: 327

17

Sunday, October 5th 2008, 10:35am

Nur kommen die Gegenargumente eben oft nicht über solche Platitüden wie 'wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten' hnaus.


Nun, wie ich oben geschrieben habe, ist dies sogar ein "Latrinenspruch", weil eben auf dem Klo gefunden und keineswegs ein Gegenargument.
Aber das trifft es letztlich ganz gut: Selbst kleinste Provokationen sind halt politisch selten korrekt, verlassen sie doch durch ihr natürliches Sein den konfomistischen Rahmen.
Ich will hier weder aufs Rauchen oder sonstige Themen wie Autobahngebühr, Vermögenssteuer oder Managergehälter eingehen. Problematisch sehe ich eher die argumentative Vielzüngigkeit, bei der es dem, in dieser schnellebigen Welt nach moralischer Orientierung suchenden Mitbürger so schwer gemacht wird.
Es ist leicht, sich den oftmals sicher gut gemeinten Verhaltensverbesserungsvorstößen der Meinungsführer (oder sind es Meinungssuchende?) anzuschließen und sich so sein eigenes Stück vom Kuchen der Rechtschaffenheit zu suggerieren.
Darin muss nicht zwangsläufig schlechtes liegen, denn es ist dem Menschen erstmal hoch anzurechnen, dass er nach Verbesserung seines Tun und Handeln strebt.
Schwierig wird es erst, wenn unser Verkehr auf diesen Verhaltensautobahnen eine Geschwindigkeit erreicht, die Seitenblicke in die Landschaft des realen Lebens verhindert und das Hinterfragen des Grundes der plötzlichen Beliebtheit eines Moralstranges ausbleibt. Bewusste Instrumentalisierung mittels bequemer NordicWalkingMoralPfade, bei gleichzeitiger Außerachtlassung von Strassenschäden auf der Via Dolorosa der Habenichtse? Begünstigung des Gutmenschentums für die Integrität der Volksseele? Problematisch ist nicht die Intention, sondern das Ausbleiben hinterfragender Gedanken.
Der Grat ist schmal und moralische Führerschaft ist noch immer der Prüfung wert. Das, denke ich, ist der Grund des Entstehens dieses Threats und auch der regen Beteilung an dem selben mittels der Restfragmente unserer jeweils eigenen Rebellionsfähigkeit; und solange besteht wohl auch Hoffnung.
Eine schönere Beschreibung über den Unterschied zwischen Moral und Ethik habe ich noch nicht gehört:
"Der moralisch handelnde Mann weiß, dass er seine Frau nicht betrügen soll, während es der ethisch handelnde auch nicht tut". Nun, dies tat ich nicht, aber ich zehre von menschlichem, allzumenschlichem; in mir selbst und bei anderen.

Einen schönen Sonntag wünscht Euch
JJ
"Ein Leben schwindet oder weitet sich aus im Verhältnis zum eigenen Mut"

Anais Nin

1 registered user thanked already.

Users that thanked:

pokerakademie (07.10.2008)

Date of registration: Oct 7th 2007

Posts: 375

Thanks: 349

18

Sunday, October 5th 2008, 4:14pm



Rauchverbot? Es kotzt schon an, wenn man einfach nur ein Bier trinken oder ne Pizza essen will und um einen herum versinkt die Welt im blauen Dunst, die Gesundheit dabei noch gar nicht beachtet. Seperate Räume und fertig.

Handyverbot beim Autofahren? Hier bei uns hat sich ein 18-jähriger wegen der Scheiße um den Baum gewickelt und gleich noch n anderes Auto mitgenommen.

Mülltrennung? Stimmt schon, warum kippen wir eigentlich nicht wieder Giftmüll in die Flüsse, der Freiheit zu Liebe.
Das Ding ist einfach:

Wir können (oder sollten) machen was wir wollen, solange wir andere dadurch nicht gefährden. Das nennt sich dann glaube ich demokratische Gesellschaft. Alles andere ist Anarchie oder Diktatur.

Und somit muss ich Flat zustimmen: Das einzige wirklich diskussionswürdige Verbot ist das des Pokerns. Weil man da keine anderen gefährdet, sondern fast nur sich selbst.
:thumbsup: :high5:

Bin ganz deiner Meinung. Ist es nicht naiv, sich als Raucher in ein Restaurant zu setzen, seine Kippe an zu machen und die Nichtraucher damit zu belästigen b.zw. ihre Gesundheit zu gefährden?

Da helfen auch keine Raucherecken, der Rauch zieht i.d.R trotzdem rüber!

Sollen sie doch Raucher Kneipen einführen, wo Raucher unter sich in Ruhe rauchen können, dann stören sie auch niemanden! Oder eben diese seperaten Räume für Raucher, problem ist da eben nur, dass sich das nicht jedes Restaurant leisten kann und es ja auch Platz in Anspruch nimmt!

Klar sollte jeder wissen, was für einen gut ist und was nicht und danach auch frei handeln dürfen, SOLANGE er damit nicht andere Mitbürger ernsthaft gefährdet, wie z.B durch das Handy am Steuer, dafür gibt es Freisprechanlagen.

Ob sich jeamnd anschnallt oder nicht, ist mir doch egal. Er gefährdet höchstens sich selber, aber nicht seine Mitmenschen.

Da gleiche mim Pokerthema. Ich denke wir sind alle alt genug, um zu wissen ob wir dieses Kartenspiel spielen sollten, oder es besser lassen sollten. Aber eins ist doch ganz klar, der Staat verbietet Homegames damit wir ins Casino gehen und da kassiert der Staat ordentlich ab! DAS ist keien FREIHEIT, nein das ist ganz klare ABZOCKE.


VLG

Kranich

Registered User

Date of registration: Oct 3rd 2008

Posts: 16

Thanks: 72

19

Sunday, October 5th 2008, 6:02pm

Meinungen

Ein paar Nichtraucher schreiben: Ja, Rauchen verbieten ist gut.
Alle schreiben: Pfui, Poker verbieten ist falsch.

Vielleicht gibt es wo ein Forum, in dem sich Raucher unterhalten, die aber nicht Poker spielen. Die würden dann schreiben.

Rauchen verbieten - so eine Frechheit. Poker soll aber verboten sein, das spielen eh nur die Ganoven.

Ein paar gute Kommentare hab ich gelsen, vor allem von jotjot, aber auch von anderen. Ich glaub aber, was Herr Lauzon ausdrücken wollte, ist an einigen völlig vorbeigegangen. Vom Rauchen steht in seiner Story ja gar nicht so viel.

Alex Lauzon

Head-Coach

Date of registration: Mar 7th 2007

Posts: 321

Thanks: 378

20

Sunday, October 5th 2008, 9:10pm

Und dabei wollte ich nur...

Ja, eigentlich wollte ich mir nur den Frust von der Seele schreiben. Und damit habe ich endlich eine richtige Diskussion angeregt. Meinungen werden geäußert, die gegenteilig sind, die sich ergänzen, die Sinn ergeben, die am Thema vorbeigehen.

Das mit dem Rauchverbot sollte gar nicht zum Kern der Geschichte werden. Und trotzdem erachte ich diesen Punkt, auf Grund seiner ständigen Präsenz, als den Gipfel vom Eisberg. Was junge Leute, jünger als 30, kaum wissen: Als wir einst heranwuchsen, das Verhalten unserer älteren Mitmenschen zum Vorbild nehmend, mehr noch das Flair der Hollywood-Stars als das der näheren Umgebung, da lautete die Botschaft, um wirklich erwachsen zu sein - um "cool" zu sein, wie man es heute nennen würde - die Zigarette gehört einfach dazu.

Klar ist es Unsinn, eine Sucht zu provozieren, um das Stillen des künstlich erzeugten Verlangens als angenehm zu empfinden, ein Verlangen, das wir erst gar nicht hätten, hätten wir uns von dieser umsatzträchtigen Sucht von Anfang an distanziert, wie es, richtigerweise, die Mehrzahl jüngerer Menschen heute tut. (So alt fühl ich mich zwar nicht, auch wenn es so klingen mag, doch hat sich während der letzten zwanzig Jahre aber auch ziemlich viel verändert.)

Abgesehen davon, dass jemand Raucher generell als "Prolls" bezeichnet, finden sich auch durchaus ernstzunehmende Empfehlungen, Tabakgenießer einfach in Rauchkneipen abzuschieben.

Großartig. Ich bin dafür.

Andere Länder, andere Sitten. In Deutschland wird darüber zumindest diskutiert und teilweise improvisiert. In praktisch allen kanadischen Provinzen wurden jedoch gesetzliche Regelungen getroffen, die Raucherclubs verbieten. Es gibt zwar Zigarrenlounges, in denen aber keine Zigaretten geraucht werden dürfen. Verboten! Es gibt libanesische Restaurants, in denen die Wasserpfeife geraucht wird, weil's dort Tradition ist. Aber keine Zigaretten. Verboten! Könnte es daran liegen, dass es Zigaretten erst sein 100 Jahren gibt, Zigarren und Pfeifen aber schon länger? Oder handelt es sich um ein Spiel, um systematische Umerziehung?

Doch, wie gesagt, die ganze Geschichte mit dem Rauchen ist ja nur der Gipfel vom Eisberg.

Meine persönliche Meinung ist sicher auch von einer Erfahrung geprägt, die ich zwischen 1991 und 1995, also immerhin vier Jahre lang, erlebten durfte. Ich spreche von meinem Aufenthalt in Paraguay, ein Land, das sich damals gerade im Übergang von der Militärdiktatur zur Demokratie befunden hatte. (1993 gab es die ersten demokratischen Wahlen) Wer damals, in der sogenannten Diktatur, ein kleines Geschäft betreiben wollte, eine Kneipe, ein Restaurant, einen Tante-Emma-Laden, der brauchte keine Bewilligung dafür, der zahlte keine Steuern. Keine. Null. Keine Einkommenssteuer, keine Gewerbesteuer, keine Umsatzsteuer. Schließlich arbieten wir, um unsere Familien zu ernähren und nicht, um den Staat zu erhalten.
Der Staat hat trotzdem existiert. Der Staat hatte auch Steuereinnahmen und zwar von größeren Unternehmungen, nicht von Kleinbetrieben und nicht von Arbeitnehmern. (Ist heute, nach fünfzehn Jahren Demokratie, natürlich anders geworden - also ist auch Paraguay endlich "frei".)

Natürlich hat es in einem Land, in dem sich der Staat kaum in die persönlichen Belange der Bürger eingemischt hat, auch einige Unannehmlichkeiten gegeben. Alle paar Wochen wurde auf einer Wiese nahe meinem Haus ein Fest gefeiert. Aus riesigen Lautsprecheranlagen erschallten die Bässe, oft bis fünf Uhr morgens. Am Anfang hat mich das wirklich gestört, bis ich dahinter gekommen bin, dass diese Konfrontation für mich weniger störend war als eine Vielzahl von Verboten.

Ich könnte noch lange weiter erzählen. Zu diesem Thema lassen sich Bände schreiben. Und für die weitere Diskussion würde ich vorschlagen, die Themen beiseite zu lassen, wo freiwillige gegenseitige Rücksichtnahme die erste und beste Lösung wäre. Sich ethisch zu verhalten, wie JotJot geschrieben hat, und nicht bloß moralisch zu denken.

Wie hat sich RoyalFarmer geäußert? Ihr wollt frei sein? Dann packt die Äxte aus und akzeptiert, dass
jederzeit ein Haufen Degenerierter eure Frauen und Kinder überfallen
und vergewaltigen kann, nur weil deren Äxte größer sind.


War es in unserer Zivilisation nicht von Anfang an so, dass die, die ihren Schutz angeboten haben, die unsere Vorfahren vor Hunnen und Awaren zu retten bereit waren, sich nicht früher oder später zu ihren Herren erhoben haben? Und dann kamen Andere, die - in jüngerer Vergangenheit - uns vor diesen "Herren" zu beschützen anboten.