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pokerakademie

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Friday, November 14th 2008, 9:55pm

„Und sie dreht sich doch!“

Spruch der Woche: "Wenn man einen Wohnungsbrand als MP3 speichert, kann man ihn viel leichter löschen!"

Alles rund ums Thema Poker unter www.pokerakademie.com

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Chrischen111 (15.11.2008), parvus (16.11.2008)

Flat

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Saturday, November 15th 2008, 7:01pm

Moin,

das erste, was mir einfiel, ist, dass es sich bei der Stunde täglicher Körperpflege um einem Mittelwert zwischen Männer- und Frauenkörperpflegezeit handeln muss. Frauen brauchen übrigens ziemlich exakt 1h 58 Minuten.

Das zweite ist: Wenn die Erde wirklich eine Kugel sein sollte, wieso sehen wir dann einen Horizont? Es müsste doch langsam abfallen? Ich halte das mit der Kugel alles für eine Erfindung der Amerikaner, die bekanntlich am Rande der Scheibe leben und mit dem Modell der Kugel darüber hinweg täuschen wollen.


Aber kommen wir zu Peter:
Er ist sicher ein Erfolgsmodell, aber ist er auch nachahmenswert?

7% der Pokerspieler machen Gewinn. Nur 7 % (d.h. nicht, dass diese 7 % davon auch leben können). Vielleicht kommen noch ein paar Prozent dazu, die um die Null krebsen. Ist das ein Modell, um darauf seine Zukunft aufzubauen?

Nahezu jede Woche gibt es einen Lottomillionär. Derjenige, der das ist, hat alles richtig gemacht, aber ist er nachahmenswert?

Klar, Poker ist kein Lotto. Aber eben auch nicht für die meisten geeignet, davon ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Ich glaube auch nicht, dass Moneymaker das vorher im Sinn hatte, als er bei der WSOP war. Hinterher -nach seinem Gewinn- sicherlich. Obwohl, ich habe irgendwie lange schon nichts mehr von ihm gehört. Was macht der eigentlich so?


Mein Neffe pokert. Er ist 17, bald 18. Hat etwas Probleme mit der Schule und mit der Suche nach einer guten Ausbildungsstelle wird's wohl schwierig. Die Zeiten werden hier generell schwierig (einigen gierigen Bankern sei Dank). Soll ich ihm raten, Poker professionell zu betreiben? Sind die Zeiten, wo er für die Schule lernt, vergebene Zeit, wo Peter es doch anders viel erfolgreicher gemacht hat?

Ich tue mich schwer damit, ihm die Pokerprofikarriere zu empfehlen. Ich halte Peter nämlich für die Ausnahme. Für so ein Aushängeschild, dass viele Fische anlocken soll, die alle diesen Traum haben. Und dieser Traum ist lukrativ, nur eben für die anderen, für die bestenfalls 7 %.

Tschüss

Jörg

pokerakademie

Administrator

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Saturday, November 15th 2008, 7:47pm

das erste, was mir einfiel, ist, dass es sich bei der Stunde täglicher Körperpflege um einem Mittelwert zwischen Männer- und Frauenkörperpflegezeit handeln muss. Frauen brauchen übrigens ziemlich exakt 1h 58 Minuten.
Wenn mich meine mathematischen Fähigkeiten nicht vollkommen im Stich lassen, müsste ich daraus schlussfolgern, dass Männer nur 2 Minuten in dieses "Projekt" investieren. Ich denke damit kommen wir nicht hin. Alleine fürs "in der Nase bohren" gehen täglich locker 3-4 Minuten drauf 8)

Aber zurück zum eigentlichen Thema:

Nachahmenswert ist es sicherlich, einmal die WSOP zu gewinnen, aber es ist leider absolut nicht planbar. Von daher kann man auch niemandem "empfehlen" diesen Weg einzuschlagen.

Zu dem Thema habe ich vor kurzem diesen Artikel geschrieben. Da wird ziemlich deutlich, dass es zum Pokerprofi nicht nur ein bißchen Können braucht, sondern sehr viel mehr.

Aber auch als "Nicht-Profi" hat man die Chance, irgendwann mal der "große Abräumer" zu werden. Man sollte es eben nur mit Sinn, Verstand und der richtigen Ausbildung angehen, dann riskiert man auch nicht, böse auf die Nase zu fallen.
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RoyalFarmer

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Sunday, November 16th 2008, 3:44am

Warum fängt man mit dem Pokern an?

Bei mir war es genau das, was Flat beschreibt. Dieser Traum, von einem Leben in Freiheit und Selbstbestimmtheit. Sein eigener Chef sein und sein Geld damit zu verdienen, ein Spiel zu spielen.

Naja und als ich dann die ersten kleinen Kröten gemacht habe, war es für mich irgendwann zu spät. Ich hatte mich in die Materie reingearbeitet, die Leidenschaft war entfacht und das Kredo lautete fortan: "Ich muss es versuchen."

Und wie Micha richtig sagt, wo ist das Risiko für mich? Okay, ich gebe zu, ich werde wahrscheinlich auch mit 67 Jahren noch ab und an zu den Chips greifen, egal wie die Geschichte ausgeht, aber das ist doch ganz schön.

Alex Lauzon

Head-Coach

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Sunday, November 16th 2008, 6:27pm

Nicht zu wörtlich nehmen

Insbesondere nach dem Lesen von Flats Kommentar, möchte ich deutlich klar stellen, dass diese Geschichte eher sarkastisch, und mit Sicherheit nicht als direkte Aufforderung, zu verstehen ist, Job oder Studium an den Nagel zu hängen, um mit ein paar Hundert Euro Kapital zum Pokerprofi zu werden.

Die sieben Prozent Gewinner, und diese Zahl kommt der Realität mit Sicherheit sehr nahe, betrachte ich aber doch als gesunde Motivation. Alles, was zum Gewinnen dazu gehört, lässt sich schließlich erlernen. Wichtig ist nur, an die Sache mit entsprechender Vorsicht heran zu gehen.

Wie ich schon mehrmals erwähnt habe, Grundvoraussetzung, um im Pokerspiel erfolgreich zu sein, ist ein zweites Standbein. Von täglichen Gewinnen restlos abhängig zu sein, hat mit Sicherheit negative Auswirkungen auf das Spiel. Und was könnte das zweite Standbein sein? In erster Linie natürlich ein solider Beruf. Auf regelmäßige Einnahmen aus anderen Quellen lässt sich erst dann verzichten, wenn diese durch Kapital ersetzt sind, und zwar in einer Höhe, dass sich zumindest zwei bis drei Jahre finanzieren lassen.

Auch wenn der eine oder andere erfolgreiche Pokerspieler den Sprung ins kalte Wasser riskiert hat, wir hören praktisch immer nur von denen, die damit großen Erfolg hatten, kaum jedoch von den armen Teufeln, bei denen alles schiefgelaufen ist.

Gestern habe ich auf der beheizten Terrasse des Casinos ein Bier getrunken und der Kellner hat mich gefragt, ob mein Spiel erfolgreich war. Enttäuscht habe ich ihm mitgeteilt, dass es ein sehr schlechter Tag war. Mit nicht mehr als 180 Dollar musste ich mich zufrieden geben. An seiner Reaktion konnte ich feststellen, dass er gerne an meiner Stelle gewesen wäre.

In der Story, die ich vor einigen Tagen verfasst habe, wollte ich aber eigentlich ausdrücken, dass wir in einer verrückten Welt leben, in der sich solide Arbeit weniger bezahlt macht als spekulative Geschäfte - zu denen das Pokerspiel zweifellos gehört. Und wenn ich ganz ehrlich bin, wäre mir eine weniger verrückte, eine konservativere, Welt lieber, auch wenn ich selbst mit meinem Dasein als Spieler nicht unzufrieden bin.

vitti

Moderator

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Sunday, November 16th 2008, 10:33pm

In der Story, die ich vor einigen Tagen verfasst habe, wollte ich aber eigentlich ausdrücken, dass wir in einer verrückten Welt leben, in der sich solide Arbeit weniger bezahlt macht als spekulative Geschäfte - zu denen das Pokerspiel zweifellos gehört. Und wenn ich ganz ehrlich bin, wäre mir eine weniger verrückte, eine konservativere, Welt lieber, auch wenn ich selbst mit meinem Dasein als Spieler nicht unzufrieden bin.


das kann ich genau so unterschreiben

Flat

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Monday, November 17th 2008, 9:39am

RE: Nicht zu wörtlich nehmen

Insbesondere nach dem Lesen von Flats Kommentar, möchte ich deutlich klar stellen, dass diese Geschichte eher sarkastisch, und mit Sicherheit nicht als direkte Aufforderung, zu verstehen ist, Job oder Studium an den Nagel zu hängen, um mit ein paar Hundert Euro Kapital zum Pokerprofi zu werden.


Moin,

gut zu wissen. Ich habe einiges an Erfahrung mit Jugendlichen. Nach meiner Ansicht ist der Realitätssinn zumindest bei manchen um die 18-20 Jahre alten mitunter nicht sehr ausgeprägt. Da wird vieles für bare Münze genommen.



Quoted

Die sieben Prozent Gewinner, und diese Zahl kommt der Realität mit Sicherheit sehr nahe, betrachte ich aber doch als gesunde Motivation. Alles, was zum Gewinnen dazu gehört, lässt sich schließlich erlernen. Wichtig ist nur, an die Sache mit entsprechender Vorsicht heran zu gehen.



sehe ich genauso. Ich denke, es gehört Vorsicht dazu, Geduld und eben auch nicht übertriebene Erwartungen. Die Chance, mal bei einem großen Turnier richtig abzusahnen, ist ja gegeben. Nur muss man sich klar machen, dass viele diesen Traum eben auch haben.


Quoted

In der Story, die ich vor einigen Tagen verfasst habe, wollte ich aber eigentlich ausdrücken, dass wir in einer verrückten Welt leben, in der sich solide Arbeit weniger bezahlt macht als spekulative Geschäfte - zu denen das Pokerspiel zweifellos gehört. Und wenn ich ganz ehrlich bin, wäre mir eine weniger verrückte, eine konservativere, Welt lieber, auch wenn ich selbst mit meinem Dasein als Spieler nicht unzufrieden bin.


das stimmt sicher. Allerdings neide ich es z.B. einem Boris Becker nicht, dass er Millionen dafür bekam, dass er recht gut einen kleinen Filzball über ein Netz schlagen könnte und dafür so viel Kohle jedes Jahr bekam, wie ein Industriearbeiter in seinem ganzen Leben nicht erarbeiten kann. Ich halte das für okay, wenn der Industriearbeiter einen ordentlichen Lohn bekommt, von dem er seine Familie ernähren kann. Erst wenn das zweite nicht mehr der Fall ist, wird die Sache für mich problematisch.

Soll ein Ivey doch um Millionen spielen. Er tut doch niemanden damit weh und wer sich mit ihm an einen Tisch setzt, weiß in der Regel, worauf er sich einläßt. Ganz zu schweigen von einem Greenstein, der bekanntlich einen Großteil seiner Gewinne für wohltätige Zwecke spendet.

Ich glaube nicht, dass der Fisch an diesem Teil stinkt. Er stinkt dort, wo für ordentliche Arbeit nur ein Hungerlohn gezahlt wird. Und den Zusammenhang mit Poker, Lotto oder eben Sportstars sehe ich nicht. Ich sehe ihn eher da, wo ein Spitzenmanager Millionengehälter bekommt, auch wenn er schlechte Arbeit leistet. Wenn es für ihn Zulagen gibt, weil er tausende Arbeiter entläßt und so die Aktiendividende um ein halbes Prozent erhöht.


Ich glaube, das Verrückte macht unsere Welt auch ein bisschen lebenswert. Ich habe mal früher ab und an Montag einen Lottoschein abgegeben. Mir war klar, dass ich kaum Millionen gewinnen würde. Aber ich habe mir in der Woche immer mal so überlegt, was ich denn -wenn dieser unwahrscheinliche Fall doch eintreten sollte- damit alles machen könnte. Dieses Träumen war mir die 7-8 EUR ab und an mal wert (deshalb auch immer Montags abgegeben, damit ich die ganze Woche träumen konnte). :D

Tschüss

Jörg