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FredH.

Trainee

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Monday, October 8th 2007, 7:50pm

Chipleader 9er SNG Endphase

Hallo,

ich hoffe es stört hier keinen das ich ein paar neue Threads eröffne habe, aber mir scheints hier zu gefallen :) .

So nun zu meinem Problem. Ich spiele, wie so oft die 1$ 9er SNG´s auf Stars. Meistens klappt das ganz gut und ich kann gegen diese Spieler einen sehr guten Stack aufbauen. Soweit so gut. Sobald dann aber nur noch 4 Leute dabei sind (ab dem 3ten Platz gibts Geld) fangen meine Problem an. Irgendwie vermassel ich es zu oft in der bubble Phase. Mein Stack schrumpft und ich lande mit Ach und Krach auf dem 3ten Platz. Ich weiß nicht, was ich in dieser Phase des Tuniers falsch mache. Ich setzte die Shortstacks unter Druck, passe auf, das ich nicht zuuu viele Hände spiele und gehe eigentlich kein unüberschaubares Risiko ein. Ich weiß jetzt nicht was ich da falsch mache. Hat jemand nen Tip für mich, wie ich mich in dieser Phase besser verhalte? Denn wenn ich diese Phase heil überstanden habe und im Heads up stehe, gewinne ich auch meistens das SNG. Also dort liegt mein Problem nicht auf diesem Limit. Der Knackpunkt ist die Bubblephase.

Danke im vorraus für eure Hilfe.

Gruß Fred
Hier blogge ich

Mountain

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Monday, October 8th 2007, 11:06pm

Hmm, eigentlich kannst Du die Shorties nicht unter Druck setzen. Wenn, dann setzen die dich unter Druck, da Du fast mit jedem Raise schon committed bist. Wenn Du schon einen vernünftigen Stack hast, dann arbeite mehr mit steals. In den niedrigen Limits spielen die Leute fälschlicherweise zu Beginn loose und werden zum Ende hin immer tighter. Das musst Du ausnutzen.

Dabei solltest Du dir angewöhnen, deine Gegner auf Handranges zu setzen. Das kann man nicht erlernen, sondern nur durch erfahren aneignen. Hilfreiche Fragen dabei sind:

- Wenn ich an Stelle des Gegners wäre, mit welchen Händen würde ich genau die Aktion machen, die er jetzt gerade gemacht hat?

- Hätte ich mit seinem Stack ebenfalls so hoch/niedrig geraised, und wenn ja, warum?

- Würde ich an seiner Stelle meinen Push callen, und wenn ja, mit welchen Händen?

Meist funktioniert die Bubble Phase nicht richtig, weil man nicht so recht weiß, wann genau Aggressivität angebracht ist und wann nicht. Nutz die Gelegenheiten für Notes. Schreib zu dem betreffenden Spieler bspw. "1$ sng pusht 4-handed ab A-5o" oder ähnliches. Zum einen hast Du dadurch mehr Informationen, wenn Du mal wieder auf diesen Spieler triffst, zum anderen lernst Du durch das aufschreiben leichter die gängigen Ranges auswendig. Später kommen dann noch Ranges nach Stats hinzu. Aber fang erst mal mit dem oben gesagten an.
there is no way to fold ten high

River Rats Blog

FredH.

Trainee

Date of registration: Oct 1st 2007

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Monday, October 8th 2007, 11:18pm

Hallo Mount,

danke erst mal für die Antwort. Wenn ich einen ordentlichen Stack habe und es mit Steals versuche. Mit any two cards? Bei einem reraise soll ich dann sofort folden? Um den Gegner auf eine Hand einschätzen zu können, muss man ja erst eine Hand beim Showdown sehen. Hinterher ist man dann schlauer, aber vielleicht hat man weniger Chips :( . Und den Spieler auf Stars wieder zu treffen ist schwer. Mir ist auch schon aufgefallen, das viele Leute sehr tight in der Bubblephase werden, weil sie sich ITM retten wollen. Aber ich bin dann manchmal der Dumme, der dann leer ausgeht. Am besten wäre es doch, wenn ich munter weiter spielen würde und meine Entscheidungen genau abzuwägen.

Gruß Fred
Hier blogge ich

KellyBlend

Registered User

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Tuesday, October 9th 2007, 12:18am

Also ich denke Du solltest Dich schon ein wenig mit den Grundzügen der ICM-Methode beschäftigen. Im übrigen überlege mal wirklich, was Du machst, wenn Du als Shorti in der Bubble-Phase überleben und noch irgendwie das rettende Ufer erreichen willst. Du bist zu waghalsigen Moves bereit und trotzdem versuchst Du nicht unnötig weitere Chips zu vergeuden.

Mit gutem Stack solltest Du in der Bubble-Phase Deinen Stack nicht mehr riskieren. Du musst nicht übertrieben die Blinds stehlen. Schon gar nicht mit any two. Wenn dann immer als Semi-Bluff mit einer relativ guten Hand. Warte ab, bis Du eine vernünftige Hand hast und den Shorti dann auch auch irgendwie rauskicken kannst. Da ist meistens viel Geduld geboten. Du must nicht mehr auf absolute Premium-Hände warten. Und manchmal ist es auch gut, in so einer Phase Schwäche zu markieren und auf den Angriff der Shorties zu warten (der werden immer wieder versuchen, Dir irgendwie die Blinds zu klauen) und überlasse die Drecksarbeit grundsätzlich auch den anderen und halte Dich aus jedem größeren Gemetzel grundsätzlich raus. Dein wichtigstes Ziel ist in dieser Phase ITM zu kommen. An den ersten Platz, darfst Du erst denken, wenn Du bereits ITM bist. Solange Du einen relativ großen Stack hast, kannst Du Dich relativ passiv zurücklehnen, warten und trotzdem gelegentlich versuchen, den Gegner aus der Hand zu bluffen, wenn Du merkst, dass er auch nichts hat. Du kannst z.B. Preflop auf 2 BB erhöhen, wenn der Shorti mitgeht, nicht raist und am Flop checkt und Du sicher bist, dass er nicht slow spielt, bekommt er am Flop einen Conti-Bet und steigt meistens aus, weil er den Flop auch nicht getroffen hat und keine weiteren Chips riskieren will. Für dieses Spiel brauchst Du aber Position. Das ist wichtig. So ähnlich musst Du versuchen, ihn immer mehr Chips abzunehmen. Und das lass überwiegend die Anderen erledigen. Du musst in dieser Phase nicht den Helden spielen. Meistens fliegen die Shorties raus, weil sie mit ihren letzten Chips waghalsige all-in moves versuchen, sobald sie halbwegs eine Hand haben. Wenn Du in einer solchen Situation der einzige Caller bist und eine relativ gute Hand hast, dann versuch Dein Glück, sie nach Hause zu schicken. Aber sei dabei sehr vorsichtig, ein Verdoppler reicht den Shorties meist und sie sind mit Dir wieder even. Deshalb darfst Du in dieser Situation nicht leichtfertig Geschenke verteilen, sondern musst tendenziell mehr auf die Eichhörnchenmethode setzen. Die ansteigenden Blinds sorgen automatisch dafür, dass den small Stackes immer mehr die Luft ausgeht und sie immer größere Risiken wagen.

Tendenziell solltest Du Dich in der Bubble-Phase auch nur mit den small Stack beschäftigen. Lege Dich grundsätzlich in einer solchen Phase nicht mit den anderen deep Stacks am Tisch an, soweit Du es vermeiden kannst und Deine Hand keinen besonderen Anlass gibt, Ausnahmen zuzulassen.

Das sind die Grundzüge und mit zunehmender Erfahrung bekommst Du das Fingerspitzengefühl mit welchen Gegnern Du auch riskantere Moves wagen kannst, wenn sie sich allzu passiv am Tisch verhalten. Ich habe Spieler erlebt, die kannst Du bei jedem Move genau auf eine bestimmte Hand setzen. Und genau das musst Du lernen, Deine Gegner in dieser Hinsicht beurteilen zu können. Sorge auch für ein für Dich gutes Table Image. Tight ist dafür am besten geeignet, wenn Du anfängst riskantere Moves zu wagen. Und vergesse eins nie. Bei jedem Move den Du machst, solltest Du immer erst überlegen und nicht vorschnell handeln. Wichtig ist auch, dass Deine Gegner nicht einfach durchschauen können. Überlege auch genau, was Du machst, damit Deine Gegner Dich nicht beurteilen können. Setze preflop in der Bubble Phase z.B. immer das gleiche, damit Deine Gegner Dich nicht auf eine bestimmte Hand setzen können. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis Du genau das bekommst, was Du brauchst, um Deinen Gegner den Rest abzunehmen. So klappt das meistens. Aber manchmal gibt es halt auch Ausnahmen, mit denen man sich abfinden muss. Eine 100%ige Methode kennt leider keiner. Aber Geduld und Überlegung sind mit Sicherheit die wichtigsten Merkmale, die in der Bubble-Phase mit deep Stack zu einem guten Spiel gehören.

This post has been edited 11 times, last edit by "KellyBlend" (Oct 9th 2007, 1:42am)