BR-Management für SNG`s
Hallo @all
Hier nun auch noch ein Post zum Thema BR-Management für SNG`s.
(Nachfolgend, wenn ich von der BR rede, meine ich immer das Geld, welches man für das spielen von SNG`s vorgesehen hat.)
Also, ich plädiere ja dafür, dass man mit maximal 5% seiner BR ein SNG spielen soll. Nachdem ich jetzt schon vermehrt gehört und gelesen habe, dass 20 Buy-ins ja so wenig und generell Wahnsinn wären, muss ich doch mal was los werden.
Zum einen kann ich nichts, aber auch gar nichts dafür, wenn jemand das Wort maximal nicht lesen kann. Die 5% wurden ja auch verstanden. Ich habe nie gesagt man soll mit 5% spielen, sondern mit MAXIMAL 5%.
Zum anderen verstehe ich nicht, wieso das mit den 20 Buy-ins so risikoreich sein soll.
Der Einfachheit halber mache ich mal eine Beispielrechnung mit 250$ auf und unterschlage dabei den Rake. Jeder kann ja seine Zahlen und seinen Anbieter mit dem jeweiligen SNG Angebot und rake einsetzen. Ich setze voraus dass es 15$, 10$ 5$, 3$ und 1$ SNG`s gibt. Desweiteren nehme ich an, dass jedes! SNG verloren wird.
Mit 250$ kann man ein 12,50$ SNG spielen. Da es dies aber nicht gibt, wählt man sebstverständlich das nächstniedrigere, also 10$ aus. Fällt die BR unter 20 Buy in bzw entspricht das Buy in weniger als 5% muss man im Limit absteigen. In unserem Fall müssen wir bei $200 das Limit herunterstufen.
Das bedeutet, man spielt 5 SNG`s auf diesem Limit. Dann ist man bei 200$ angelangt und spielt 5$ SNG`s. Das macht man solange, bis man wieder absteigen muss. Also wieder 20 Buy ins des unteren Limits. Sind nach Adam Riese und Fritzchen Fehlzug 20 SNG`S die man spielen kann bis man bei $100 angekommen ist.
Das gleiche Spielchen bei 3$:
Man spielt so lange, bis man eine BR von 20 buy ins oder $60 hat. In diesem Fall kann man 13 SnGs spielen. Jetzt hat man nochmal 60 1$ SNG`s übrig und wenn man die alle auch noch verloren hat, dann hat man nach 98 SNG`s für lockere 250$ erfahren, dass man lieber Tischtennis spielen sollte denn Poker :lol: .
Natürlich ist das ganze nicht wirklich ernstzunehmen und sollte lediglich den Rechenweg aufzeigen. Wem "nur" 98 SNG`s als zu riskant erscheinen, den möchte ich an das "maximal" 5% der BR erinnern. Man kann auch nur 2% spielen.
Vielleicht fragt sich der eine oder andere, worin denn jetzt der Unterschied zum herkömmlichen BR-Management liegt. Ganz einfach:
Es gibt definitiv keine! Kennzahl, welche aussagt, wann man ein Limit nachhaltig geschlagen hat. Deshalb wird man auch immer so ausweichende Formulierungen wie "Also meiner MEINUNG nach SOLLTE man das Limit bei XXX nachhaltig geschlagen haben" hören und lesen.
Oder es werden Analysewerte wie ROI (Return on Investment) und itm-Quote herangezogen. Diese Werte sagen nur leider gar nichts darüber aus, ob man das Limit nun geschlagen hat oder nicht. Sie sind lediglich hervorragende Instrumente, um Schwächen im eigenen Spiel aufzudecken, und diese dann beheben zu können. So sagt ein niedriger ROI und eine hohe itm Quote etwas über mangelnde Aggressivität und ein schwaches Endspiel aus. Keinesfalls jedoch, ob man das Limit geschlagen hat.
Ein weiterer Nachteil ist, dass sich mit diesen Werten unter 1500 gespielten SNG`s nichts konkretes anfangen lässt. Erst ab da kann man Tendenzen wirklich ernstnehmen. Bis dahin kann alles auch nur normale Varianz sein.
Und wie R_R einmal sehr schön dargelegt hat, sind die Zahlen sofort für die Katz, wenn man nur zwei Anbieter mit verschiedenen Rakes vergleicht. Und das vergleichen liegt bei solchen Werten in der Natur der Sache.
Natürlich ist ein hoher ROI ein netter Indikator für das schlagen des Limits aber er hat einen gravierenden Nachteil und der bringt mich wieder auf die Ausgangsfrage zurück:
Warum ist das 5% System besser?
Ganz einfach. Nehmen wir an jemand hat wieder die besagten 250$ und spielt nur 3$ SNG`s.
Da es wie oben bereits geschrieben keine korrekte Möglichkeit gibt, festzustellen, wann ein Limit geschlagen ist, passiert etwas sehr unangenehmes. Etwas das alle Pfennigfuchser und Statistikfans in höchste Alarmbereitschaft versetzen sollte.
Man verliert Value!!!
Da man ja nicht weiss, ob man das Limit schon seit bspw. 40 SNG`s geschlagen hat und es auch mangels vernünftiger Kennzahl nicht herausfinden kann, wird man Geld verlieren - respektive nicht gewinnen.
Angenommen man hat das Limit seit 40 SNG`s geschlagen. Und hat von diesen 40 sechs gewonnen. Beim Sprung von 5$ auf 10$ hätte man dadurch 135$ Value verschenkt!!! Das sind 54% der gesamten Anfangs BR!!!! Das sollte doch all die, die so großen Wert auf das BR-Management legen, zum Nachdenken bringen oder?
Werden die Buy-ins größer, steigt auch der Verlust. Jetzt kann man sagen na und? Ich weiss es ja nicht, also kanns mir doch egal sein. Stimmt. Und genau das ist so nebenbei bemerkt der Beweis, dass mittels ROI und itm-Quote nicht festzustellen ist, wann man ein Limit geschlagen hat. Und solange man das nicht feststellen kann, wird man IMMER Value verlieren.
Es gibt aber ein Instrument, mit dem man das sehr exakt tun kann. Nämlich mit der BR selbst. Wenn man immer 5% seiner BR einsetzt, und auch immer stur ein Limit absteigt, sobald man mehr als 5% (und seien es auch nur 5,01%) für ein Buy-in bezahlen müsste, kann man niemals Value verlieren.
Man spielt immer entsprechend seiner Möglichkeiten und immer mit dem höchstmöglichen Ertrag. Und wenn man 50 Spiele lang abwechselnd auf- und absteigt, irgendwann gewinnt man das erste im höheren Limit und hat dann das Buy-in für zwei bis drei weitere. Selbst wenn man wieder absteigen müsste macht das nichts. Denn man verliert niemals Value. Und ausserdem wird man flexibler, weil man sich langsam an die neue Spielstufe gewöhnen kann. Und das kann unter Umständen profitabler sein als "sein" Limit gut zu beherrschen und dann nach dem Aufstieg ins kalte Wasser geworfen zu werden.
Noch etwas für die Multitabler. Angenommen man spielt ein Set, bestehend aus vier SNG`s gleichzeitig, dann muss die BR natürlich um die Buy-ins der zusätzlichen SNG`s größer sein.
Gl4all,
Mountain