Hi,
mathematisch betrachtet habe ich hier folgende Überlegungen angestellt:
Zunächst gehe ich davon aus, dass eine Potsize-Bet oop am River entweder eine recht gute Hand oder einen Bluff darstellt. Mit mittelmäßigen Händen hätte er wahrscheinlich c/c gespielt um günstig in den Showdown zu kommen. Fraglich ist daher nur, ob ausreichend Bluffpotenzial beim Gegner vorliegt.
Wirklich stark ist hier am River T9. Damit macht er ne Str8. Das würde auch einigermaßen ins Setzmuster passen. Limp pre, c/c flop + turn, bet am River als er seine Str8 trifft. Diskussionswürdig ist, ob er mit T9 im SB tatsächlich nur limpen oder ob er das raisen würde. T9 gibts in 16 Kombos. Weitere Monster sind zwar möglich, aber doch eher unwahrscheinlich. KK, QQ, JJ, 44, 22, KQ, KJ, QJ hätte er wahrscheinlich vom SB doch eher geraist. Ein großteil der Hände hätte er wahrscheinlich sogar c/r am Turn gespielt. Mittelstarke Hände wie AK, AQ hätte er wahrscheinlich nicht oder nicht so hoch am River angespielt. Abgesehen davon ist es Wahrscheinlich, dass er die auch Pre geraist hätte. Schwächere Hände wie kleinere Paare etc. hätte er wahrscheinlich nicht am River gebettet. Bei den Bluffs bleibt nur der nichtverwirklichte Flushdraw. 10

Karten sind noch übrig, was 45 Kombos ermöglicht. Um zu berücksichtigen, dass er nicht alle oder nicht alle so spielt, wie er es vorliegend getan hat, ziehe 1/4 an Kombos ab, was ca. 34 Kombos übrig lässt. Damit sind die wahrscheinlichsten Hände mit 50 Kombos vertreten. Rein Mathematisch hättest du gegen diese Range eine Gewinnchance von 68%, was eigentlich einen klaren Call bedeuten würde.
ABER
Zu berücksichtigen ist vielleicht doch, dass er hier irgendeine andere starke Hand slow spielt, weil er dich nicht aus dem SB mit einem Raise vetreiben wollte. Berücksichtigt man, dass er gelegentlich Hände wie KK, QQ, JJ, KQ, KJ spielt, kann man noch ca. 27 Kombos zu den starken Händen hinzu zählen was dann insgesamt 77 Kombos ausmachen würde und du hättest eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 44%.
WEITERHIN
muss berücksichtigt werden, ob der Spieler überhaupt zu einem Bluff am River nach einem geplatzten Draw in der Lage ist. Das zu beurteilen liegt bei dir. Inwieweit sich hier die Gewinnwahrscheinlichkeit verschiebt lässt sich schwer sagen.
FAZIT:
Die Entscheidung zwischen Call und Fold ist hier verdammt knapp. Mit fast 2:1 Pot Odds wäre es rein aufgrund der Handwahrscheinlichkeiten ein Call. Nur deine Einschätzung, ob der Spieler mit einem geplatzten Flushdraw so hoch blufft, kann das in einen klaren Fold verwandeln. Hätte ich den Spieler vorher oft auf den verschieden Straßen wild bluffen sehen, würde ich das callen.
VG