You are not logged in.

  • Login
  • Register

RoyalFarmer

Advanced

Date of registration: Apr 19th 2007

Posts: 480

Thanks: 27

1

Saturday, September 15th 2007, 11:48pm

Set Value - Rechnung zum EV im Longrun

Situation:

NL10 Fullring, keine besonderen Auffälligkeiten bei den verschiedenen Spielern, der Tisch ist eher tight als loose.

UTG raist ein Spieler (Fullstack, 10 Dollar) auf den 4-fachen Big Blind (40 Cent). Keine Reads.

Bis zu mir wird gefoldet.

Ich finde 66 im Cutoff und calle die Bet (habe mehr Geld als der Raiser).

Ich spiele hier offensichtlich auf Set-Value, ich werde ohne mein Set keinen Flop weiterspielen, oder versuchen den Pot zu stealen.

Die Frage ist, gibt es hier überhaupt Value? (Ich denke schon)

Habe dazu mal eine Rechnung angestellt und will wissen, ob diese so korrekt ist.

Wir spielen dieselbe Hand und Situation 100 Mal.

In 10 Prozent der Fälle (halte das für eine vernünftige Wahrscheinlichkeit, 3 Spieler sitzen hinter mir, die hier mit QQ oder besser reraisen, evt auch AK) wird hinter mir vom Button oder den Blinds gereraist, und ich muss die Hand folden.

Macht ein Minus von 10x 0,4 Dollar = - 4 Dollar.

Bleiben noch 90 Hände.

Mein Set treffe ich in 12,25 Prozent der Fälle. Also in 11 von 90 Händen.

Macht also 79 Hände in denen ich nach dem Flop folde.
79x 0,4 Dollar = - 31,6 Dollar.

In diesen 11 Händen, bin ich jeweils bereit meinen gesamten Stack zu riskieren. Den Gegner bekomme ich allerdings in weniger als 50 Prozent der Fälle dazu.
Sein UTG-Raise deutet auf AA-QQ hin, aber die Wahrscheinlichkeit für AK-AQ ist höher. Außerdem könnte ihn ein Ass bei einer Hand wie QQ davon abhalten viel Geld zu verlieren. Ob er mit Toppair Topkicker broke geht, ist auch so ne Sache.

Sagen wir mal in einem Drittel der Fälle gewinne ich nur den Pot und eine Contibet.
Also 55 Cent plus nochmal 50 für die Contibet (meine 40 Cent sind nicht enthalten, da diese ja noch nicht zum Pot zählen, als ich mir die Frage stelle, ob es profitabel ist ;) ).

Macht 1,05 Dollar x 3,6 = + 3,78 Dollar

In einem Drittel der Fälle gewinne ich den Pot und zwei Bets vom Gegner, allerdings ohne dabei zum Showdown zu gehen, und wenn, dann als Gewinner.

Macht vielleicht einen Profit von 2,50 - 3,50, also nehmen wir 3 Dollar als Mittelwert.

3 Dollar x 3,6 = + 10,8 Dollar

In letzten Drittel der Fälle riskiert auch mein Gegner seinen gesamten Stack. Allerdings verliere ich davon ca. 20 Prozent (nachzulesen etwa in Lauzons Buch, Wahrscheinlichkeit mit geflopptem Set zu verlieren).

Also nur 3 anstatt 3,6 x 10,15 Dollar = + 30,45

0,6 x 10 = - 6 Dollar

Verlust gesamt:

-4
-31,6
- 6

Also - 41,6.

Gewinn gesamt:

+ 3,78
+ 10,8
+ 30,45

Also +45,03

Macht insgesamt einen Gewinn von 3,45 Dollar bzw. 34,5 BB über 100 Hände.

Das kann ja eigentlich nicht sein. Würde ja bedeuten, dass mir so ein Set Value Call im Logrun nich mal einen halben Big Blind +EV bringt. Ist die Rechnung zu pessimistisch? Stimmen manche Wahrscheinlichkeiten nicht?

Oder ist Set Value einfach nicht so profitabel, wie man denkt?

Mountain

Registered User

Date of registration: Mar 8th 2007

Posts: 890

2

Sunday, September 16th 2007, 1:05am

Re: Set Value - Rechnung zum EV im Longrun

Quoted from ""RoyalFarmer""

Situation:

NL10 Fullring, keine besonderen Auffälligkeiten bei den verschiedenen Spielern, der Tisch ist eher tight als loose.

Gerade wenn der Tisch tight ist, erhöhen sich deine implied Odds und Set farming wird noch profitabler


UTG raist ein Spieler (Fullstack, 10 Dollar) auf den 4-fachen Big Blind (40 Cent). Keine Reads.

Bis zu mir wird gefoldet.

Ich finde 66 im Cutoff und calle die Bet (habe mehr Geld als der Raiser).

Gegen UTG-raise kannst Du erst Recht callen, da Du seine Range gut eingrenzen kannst. In dem Fall dürfte es A-K und Q-Q+ sein.


Ich spiele hier offensichtlich auf Set-Value, ich werde ohne mein Set keinen Flop weiterspielen, oder versuchen den Pot zu stealen.

Die Frage ist, gibt es hier überhaupt Value? (Ich denke schon)

Habe dazu mal eine Rechnung angestellt und will wissen, ob diese so korrekt ist.

Wir spielen dieselbe Hand und Situation 100 Mal.

In 10 Prozent der Fälle (halte das für eine vernünftige Wahrscheinlichkeit, 3 Spieler sitzen hinter mir, die hier mit QQ oder besser reraisen, evt auch AK) wird hinter mir vom Button oder den Blinds gereraist, und ich muss die Hand folden.


Nicht unbedingt. Wenn eure Stacks groß genug sind, stimmen wiederum deine implied Odds und Du kannst auch die 3bet profitabel callen. Eklig wirds nur, wenn der Button ebenfalls das UTG-Raise callt und einer der Blinds 3betted. Wenn aber der Button 3betted, bist Du last to act und kanst wiederum nach Odds entscheiden, ob Du callst.


Macht ein Minus von 10x 0,4 Dollar = - 4 Dollar.

Bleiben noch 90 Hände.

Mein Set treffe ich in 12,25 Prozent der Fälle. Also in 11 von 90 Händen.

Macht also 79 Hände in denen ich nach dem Flop folde.
79x 0,4 Dollar = - 31,6 Dollar.

In diesen 11 Händen, bin ich jeweils bereit meinen gesamten Stack zu riskieren. Den Gegner bekomme ich allerdings in weniger als 50 Prozent der Fälle dazu.
Sein UTG-Raise deutet auf AA-QQ hin, aber die Wahrscheinlichkeit für AK-AQ ist höher. Außerdem könnte ihn ein Ass bei einer Hand wie QQ davon abhalten viel Geld zu verlieren. Ob er mit Toppair Topkicker broke geht, ist auch so ne Sache.

Sagen wir mal in einem Drittel der Fälle gewinne ich nur den Pot und eine Contibet.
Also 55 Cent plus nochmal 50 für die Contibet (meine 40 Cent sind nicht enthalten, da diese ja noch nicht zum Pot zählen, als ich mir die Frage stelle, ob es profitabel ist ;) ).

Macht 1,05 Dollar x 3,6 = + 3,78 Dollar

In einem Drittel der Fälle gewinne ich den Pot und zwei Bets vom Gegner, allerdings ohne dabei zum Showdown zu gehen, und wenn, dann als Gewinner.

Macht vielleicht einen Profit von 2,50 - 3,50, also nehmen wir 3 Dollar als Mittelwert.

3 Dollar x 3,6 = + 10,8 Dollar

In letzten Drittel der Fälle riskiert auch mein Gegner seinen gesamten Stack. Allerdings verliere ich davon ca. 20 Prozent (nachzulesen etwa in Lauzons Buch, Wahrscheinlichkeit mit geflopptem Set zu verlieren).

Also nur 3 anstatt 3,6 x 10,15 Dollar = + 30,45

0,6 x 10 = - 6 Dollar

Verlust gesamt:

-4
-31,6
- 6

Also - 41,6.

Gewinn gesamt:

+ 3,78
+ 10,8
+ 30,45

Also +45,03

Macht insgesamt einen Gewinn von 3,45 Dollar bzw. 34,5 BB über 100 Hände.

Das kann ja eigentlich nicht sein. Würde ja bedeuten, dass mir so ein Set Value Call im Logrun nich mal einen halben Big Blind +EV bringt. Ist die Rechnung zu pessimistisch? Stimmen manche Wahrscheinlichkeiten nicht?

Wenn Du von einer Winrate von bspw. 4BB/100H ausgehst, trägt ein halber Big Blind pro Call schon 12,5% zu deiner winrate bei ;).

Oder ist Set Value einfach nicht so profitabel, wie man denkt?
there is no way to fold ten high

River Rats Blog

RoyalFarmer

Advanced

Date of registration: Apr 19th 2007

Posts: 480

Thanks: 27

3

Sunday, September 16th 2007, 9:10pm

Okay, folgendes:

1. Wieso sind meine Implied Odds an nem tighten Tisch höher? Weil sie UTG eher mit hohen Paaren raisen als mit anderen Händen? Aber tight is doch tight, und das heisst doch auch, dass sie Postflop nich so gern mit nem Overpair um Stacks spielen?

2. Ne 3-Bet zu callen is nur eindeutig +EV, wenn der UTG-Raiser ebenfalls callt.

Wenn er foldet wirds eng. (3,xx im Pot und 1,xx zu callen, bei Reststacks von 8,xx).

3. Mit der Winrate haste Recht, aber gemessen an den Riesen-Pots, die man im Optimal-Fall mit nem Set holt, sieht n halber BB so verschwindend gering aus^^.

Mountain

Registered User

Date of registration: Mar 8th 2007

Posts: 890

4

Sunday, September 16th 2007, 10:04pm

1. Deine implied Odds sind gegen tighte Gegner immer größer als gegen loose. Natürlich vorausgesetzt, dass wir unter tight "TAG" und unter loose "LAG" verstehen.

Da die raising range eines LAGs deutlich größer ist und er das auch weiß, wird er marginale Hände bei entsprechender Gegenwehr einfach folden. Ein TAG hält eher an seiner Hand fest, weil er auf einem 2suited J-10-6 Board lange an seine Kings glaubt. Immerhin könntest Du auch einen Draw oder A-J aggressive spielen.

2. Nein. Wenn eure Stacks groß genug sind, muß UTG nicht callen. Mit dem Dead Money im Pot reicht es in aller Regel aus. Jeder Call verbessert nur deine Odds. Allerdings ist beim zweiten Call auch jedem Schwachkopf klar, was Du hast :lol: . Ok, auf NL10 nicht aber sonst schon. Und wenn das klar ist, nimmst Du durch ne Bet am Flop sogar den Pot mit, wenn zwei Overcards im Flop liegen.
there is no way to fold ten high

River Rats Blog

Date of registration: Jul 29th 2007

Posts: 9

5

Sunday, September 16th 2007, 10:46pm

was bedeutet "TAG" und "LAG"?

Mountain

Registered User

Date of registration: Mar 8th 2007

Posts: 890

6

Sunday, September 16th 2007, 11:00pm

Quoted from ""Der Träumer""

was bedeutet "TAG" und "LAG"?


TAG = Tight Aggressive

LAG = Loose Aggressive
there is no way to fold ten high

River Rats Blog