Vorneweg: Team-PA ist natürlich angedacht, aber das kann noch eine Weile dauern und die Bedingungen dafür werden "verdammt hart" :-)
Aber nun zum eigentlichen Thema.
Sponsoring ist natürlich eine feine Sache, die im Idealfall für beide Parteien einen großen Nutzen mit sich bingen kann. Die Betonung liegt dabei auf "im Idealfall" und "kann".
Ich darf reinen Gewissens behaupten, dass ich mich in dem Bereich recht gut auskenne. Zum einen hatte ich selbst (in einer anderen Sportart) bereits einige Sponsoren und ich kenne die Sichtweise auch von der Seite des Sponsors, da ich mehrere Jahre hauptberuflich damit beschäftigt war, Sponsoren zu vermitteln, bzw. die Einhaltung der Sponsorenverträge überwacht habe.
Zunächst einmal muss man Sponsoring in 3 Kategorien einteilen:
1. Der "Athlet" gehört wirklich zur Weltklasse in seiner Disziplin.
Hier ist der oben genannte Idealfall eingetreten und man kann das volle Programm durchziehen (Werbung mit seinem Namen, TV-Events, PR, etc.) In dem Fall kann sich der "Athlet" den Sponsor sehr wahrscheinlich wirklich aussuchen.
2. Der "Athlet" ist nicht Weltklasse, aber immerhin überregionale Spitze, oder in einer Vorbildfunktion.
Hier sind die Möglichkeiten schon deutlich eingeschränkter und in der Regel hat der "Athlet", der einen Sponsorvertrag bekommt, in erster Linie die Funktion eines Meinungsbildners. Das heisst, dass er in seinem Umfeld für den Sponsor wirbt und diesem dadurch neuen Kunden bingt. Wenn er nun durch Zufall bei einer größeren, womöglich internationalen Veranstaltung, auf das Siegertreppchen kommt, ist das ein willkommener Nebeneffekt, der sicherlich auch in irgendeiner Form belohnt wird. Allerdings wird dies nicht von ihm erwartet.
Dieser "Athleten-Typ kann sich, auch durch gute Beziehungen, durchaus Hoffnungnen machen, einen Sponsor zu finden, mit dem "aussuchen" wird es allerdings nichts werden. Da muss er beinahe nehmen was sich anbietet :-)
3. Weder 1. noch 2.
Hier spricht man nicht mehr von Sponsoring, sondern von Mäzenatentum. Der Mäzen gibt Geld oder Sachleistungen ohne die geringste Erwartung, dadurch jemals irgendeinen wirtschaftlichen Vorteil zu haben. Sprich, er hat Spass daran einen "Athleten" zu fördern und offensichtlich genug Geld um sich dieses "Hobby" leisten zu können. In manchen Fällen will er nicht einmal namentlich genannt werden.
Auch hier wird man sich nichts aussuchen können und ich rate dringend davon ab, jeden möglichen Geldgeber darauf anzusprechen, das wirkt eher wie betteln. Ein Mäzen kommt selbst auf einen zu und bietet seinen Unterstützung an.
Durch meinen oben genannten Job, weiss ich recht gut, welche Art "Athleten" sich um Sponsorverträge bewerben. Um das mal auf Poker umzuarbeiten: Vom Top-PRO bis zum "ich-hab-schon-mal-ein-All-In-gewonnen" Micro Limit Spieler, der pro Monat 200 Hände Echtgeld und weitere 500 um Playmoney spielt. Und das ist jetzt kein Scherz !!!!
Unfallfreies essen mit Messer und Gabel alleine reicht nicht um irgendwen zu beeindrucken, das sollte wohl jedem klar sein. Und genauso verhält es sich auch bei der Suche nach einem Sponsor. Wer als Low-Limit Online Spieler denkt einen Sponsorvertrag zu bekommen, dem kann ich jetzt und hier direkt sagen: "Forget about it"
Bevor man sich mit dem Gedanken beschäftigt, sich auf Sponsorensuche zu begeben, sollte man sich folgende Frage stellen: Was kann ich dem Sponsor anbieten, dass für ihn auch nur den geringsten Vorteil bringt, bzw rechtfertigt, dass er mir dafür Geld oder Sachleistungen gibt? Und auf diese Frage sollten schon ein paar wirklich sinvolle Antworten kommen, sonst hat jeder weitere Gedanke absolut keinen Sinn und man kann sich auf was anderes konzentrieren.
Ist der Traum eines Sponsorvertrages jetzt wie eine Seifenblase geplatzt? Oder konnten meine bisherigen Ausführungen immer noch keine nennenswerte Desillusionierung hervorrufen?
Ok, für alle hochmotivierten, zukünftigen Superstars noch ein paar Anmerkungen:
Wenn ihr nicht nach dem Prinzip "Hoffnung" oder "Zufall" vorgehen wollt, dann empfehle ich Euch, nicht einfach eine eMail an Euren Wunschsponsor zu schicken, sondern das ganze durchaus professionell aufzuziehen. Und wer nach der Lektüre der obigen Zeilen sich weiterhin berufen fühlt "groß einzusteigen" der darf sich gerne an mich wenden. Ich werf dann mal einen Blick auf die Eckdaten und werde, sofern ich es für aussichtsreich halte, auch im weiteren behilflich sein.
Wenns noch Fragen gibt, keine Hemmungen...